Hilla Jablonsky wird 85

Geburtstagsfeier im Pumpwerk Siegburg

Siegburg. Aus sämtlichen Poren einer Riesenleinwand sprudelt Energie pur hervor. Feurige Farben umglühen eine in changierendes Ultramarin gehüllte Mannesgestalt.

Dem göttergleichen Titan "Prometheus", mythologische Inkarnation von Ehrgeiz, Aufbegehren, Schöpferkraft und Qual, hat Hilla Jablonsky ihr neuestes "Lieblingsbild" gewidmet.

Von Eigenwilligkeit, Freiheitsdrang, Dynamik, Vitalität, von Sinnlichkeit und Sensibilität, von Aufruhr, Protest und auch von inneren Leiden erzählt eine grandiose Schau, in der die Kuratorin Reinhild Jacobsen Zugänge zum Werk der fast vierzig Jahre in St. Augustin lebenden, gerade 85 Jahre alt gewordenen Künstlerin schafft.

"Wenn die Kunst ins Denken fällt", heißt die Schau Siegburger Pumpwerk. Die lebendigen Farbfluten der 1999 mit der August-Macke-Medaille ausgezeichneten Malerin prägen den zwischen Lyrik und Dramatik pendelnden Grundtenor der Großformate.

Von divergierendem Grün durchtränkt, von sandfarbenen Partien durchzogen sind poetisch getönte Farbfelder und Flecken, die um den Angelpunkt Natur kreisen. Die auch in Gedichten heraufbeschworene "Bläue" evoziert die Weite kosmischer Sphären, eine Stimmungsmelange aus Heiterkeit, Humor und Melancholie.

Schwelende Rotmodulationen signalisieren Unruhe, Eros, Emotionalität, Konflikt und Eklat. Eingedenk des geradezu geflügelten Zitates "Fantasie ist dem Menschen zumutbar" setzt die Siegburger Werkauswahl wiederum konsequent auf die konstruktive Mitarbeit des Betrachtenden.

Den Löwenanteil der Schau bilden Collagen. Ins Auge stechen vielerorts achtsam platzierte Linienimpulse, häufig schwarze Chiffren (Leitmotiv Kreuz) sowie schattenhafte Umrisse oder Figurenkürzel. Nicht zuletzt zeigt die einen Besuch lohnende Bildwelt hervorragende, freie Schwarzweißkompositionen.

Pumpwerk, Bonnerstr. 65, Siegburg; bis 2. November. Di, Mi 11-16, So 13-18, Fr 11-13 Uhr. Jeden 1. Sonntag im Monat 13-16 Uhr.