Kabarettistin Eva Eiselt im Pantheon

Hasenmama und die Menschen

Bonn. Biologieunterricht in der freien Wildbahn, diesmal aus der Sicht des Tiers. Untersuchungsobjekt: der Mensch. Als Hasenmama kostümiert, beginnt Eva Eiselt ihren Auftritt im Pantheon und begutachtet die vom Aussterben bedrohte Spezies "homo germanicus".

Die "verkümmerten" Menschlein im Publikum werden sogleich fürsorglich mit Gummibärchen gefüttert. Der Prolog dient Eiselt als gewitzte Überleitung für die "homo germanicus Show", mit der die Wahl-Kölnerin stereotype Bilder des modernen Menschen gekonnt aufs Korn nimmt.

Ihr aktuelles Programm "Geradeaus im Kreisverkehr" ist eine One-Woman-Show ohnegleichen, bei der Eva Eiselt ihr Händchen für freches Typenkabarett unter Beweis stellt. Da gibt es die eigentlich biedere Nymphomanin, die "im Lidderadurkreis" ihr (Männer-)Glück sucht und auch nicht davor feit, im Publikum nach einem willigen Männlein zu suchen.

Überhaupt versteht es die Schauspielerin und Kabarettistin, das Publikum auf unterhaltsame Weise immer wieder in ihre Show einzubinden. Das macht Laune. Eva Eiselt gibt in bester Spiellaune die sportliche Tai-Chi-Anhängerin oder die schnurbarttragende Trinkerin, die über das Leben philosophiert.

Ob als schnippisch-unterkühlte Geschäftsfrau, die nur am Handy klebt, oder als Angela-Merkel-Imitation mit stilecht heruntergezogenen Mundwinkeln - die Kabarettistin karikiert sie alle und spart dabei nicht an Seitenhieben auf das aktuelle Zeitgeschehen.

Eva Eiselt gelingt es, mit einer erfrischenden Mischung aus Typenkabarett und beißend satirischer Kuriositätenschau die Spezies Mensch treffend und komisch auf die Bühne zu bringen. Am Ende schließt sich der Kreis, und Eva Eiselt kehrt wieder zurück in ihre Rolle der neugierigen Hasenmama. Die hat genug von den seltsamen Menschen. Verständlich.