"Königsallee"

Hans Pleschinski stellte seinen Roman in der Buchhandlung Böttger vor

"Königsallee"-Autor Hans Pleschinski.

BONN. Was für Thomas Mann "Lotte in Weimar" war, ist für Hans Pleschinski "Königsallee": ein geistreicher, spielerisch leichter, am Ende auch bewegender Roman über die Liebe. Manns Hauptfiguren waren der alte Goethe und Charlotte Kestner.

Bei Pleschinski sind es der (alte) Zauberer Thomas Mann und seine größte "Augensternliebe": Klaus Heuser, den Mann 1927 kennengelernt hatte. 1954 vereinigte sie das Schicksal wieder unter dem Dach des Breidenbacher Hofes an der Düsseldorfer Königsallee.

In der bis auf den letzten Platz besetzten Buchhandlung Böttger stellte Pleschinski sein Werk vor. Sein anspielungsreicher Roman perlt in den besten Momenten wie Champagner, bisweilen erschien der Vorleser Pleschinski wie berauscht von seiner Fabulierlust.

Das Buch, dessen "explosionsartige Resonanz" den Verfasser freut, transportiert das Aroma der Nachkriegszeit und den hohen Ton Thomas Manns. Das Publikum war hingerissen von der komödiantischen Verve, mit der Pleschinski erzählt. Das zärtliche Pathos des Romanendes enthielt er den Zuhörern vor. Das entfaltet sich auch am besten zu Hause, im intimen Kontakt mit dem Buch.

Hans Pleschinski: Königsallee. C. H. Beck, 391 S., 19,95 Euro. Vom 20. bis 22. September findet das Herbst-Kolloquium der Lübecker Thomas Mann-Gesellschaft in Bonn statt. Thema: "Thomas Mann und Nachkriegsdeutschland". Am 11. November, 19.30 Uhr, spricht Dietmar Kanthak im Bonner Universitätsclub zum Auftakt der Reihe "Mein Thomas Mann".