Glasmuseum Rheinbach wird 40 Jahre

Sudetendeutsche bewirken vor 60 Jahren die Gründung der Glasfachschule

Rheinbach. Die Errichtung der Glasfachschule in Rheinbach, heute Staatliches Berufskolleg Glas Keramik Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen, ist ebenso wie die Ansiedlung der Glasindustrie und die Gründung des Glasmuseums dem Zuzug der Sudetendeutschen zu verdanken, die aus ihrer alten Heimat das Drei-Säulen-Modell für ein lebensfähiges Glaszentrum mitbrachten: Die Betriebe, eine Glasfachschule, die den Nachwuchs für Industrie und Handwerk ausbildet, und ein Museum als hochwertige Mustersammlung für die Betriebe und Schaufenster der Glaskunst.

Die ersten Sudetendeutschen, die im Jahr 1947 nach Rheinbach kamen, waren in ihrer Mehrzahl Industrielle, Facharbeiter aus der Glasveredelungsbranche und Fachlehrer. Schon in den Vorgesprächen zur Ansiedlung mit der Stadtspitze, Industrie- und Handelskammer Bonn sowie der Handwerkskammer Köln war die Glasfachschule in der alten Heimat Steinschönau Thema.

Nachdem der langjährige Leiter der Steinschönauer Schule, Oberstudienrat Alfred Dorn, über Lehrpläne und Aufgaben berichtet hatte, stimmte die Verwaltung einer Wiedergründung in Rheinbach zu. Die Glasfachschule sollte zunächst als städtische Einrichtung geführt werden, wurde aber schließlich von der nordrhein-westfälischen Landesregierung als staatliche Einrichtung übernommen.

Nach "zähen Verhandlungen" mit dem Wirtschaftsministerium in Düsseldorf, wie es in einer Chronik heißt, wurde 1947 die Ansiedlung der sudetendeutschen Glasveredler ebenso verfügt wie die Gründung der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach. Unter der Leitung von Alfred Dorn startete die Schule am 1. April 1948 mit 30 Schülern im ehemaligen Bürgermeisteramt Vor dem Voigtstor, das die Stadt zur Verfügung stellte.

Schon wenige Jahre später stieg die Schülerzahl so an, dass ein größeres Schulgebäude notwendig wurde. Schließlich wurde der Neubau an der Straße "Zu den Fichten", beschlossen. Im September 1964 nahm die Schule dort ihren Betrieb auf.

Heute ist die Glasfachschule als "Staatliches Berufskolleg Glas Keramik Gestaltung des Landes Nordrhein-Westfalen Rheinbach" Qualifizierungszentrum für Glas, Keramik, Grafik und Neue Medien mit einem breit gefächerten Angebot an Bildungsgängen.

Die "Berufsfachschule für Glastechnik und Glasgestaltung" ist die älteste Abteilung und stellt nach wie vor das Herzstück der Schule dar. Dort werden dreijährige Ausbildungen in Glasberufen verschiedener Fachrichtungen in Theorie und Praxis angeboten. Die "Berufsfachschule für Gestaltung" bietet in zwei- und dreijährigen Bildungsgängen eine Ausbildung für Gestaltungstechnische Assistenten mit den Schwerpunkten Grafik/Objektdesign und Medien/Kommunikation.

Die einjährige "Berufsfachschule für Medien" bietet speziell Abiturienten Orientierung im Dschungel der Medienberufe. In der "Fachoberschule für Gestaltung" können Schüler die Fachhochschulreife mit dem Schwerpunkt Gestaltung erlangen. An der "Landesberufsschule Glas und Keramik" absolvieren Schüler aus ganz Nordrhein-Westfalen ihre Berufsschul-Blöcke im Rahmen der Lehrpläne für den jeweiligen Handwerks- beziehungsweise Industrieberuf, zum Beispiel als Glasveredler oder Porzellanmaler.

www.glasfachschule.de