Haus der Springmaus

Gänsehaut und Drama mit Maren Kroymann

BONN. Dass die elegante, erotische Lady auf der Bühne vor 62 Jahren auf die Welt gekommen sein soll, ist unfassbar. Maren Kroymann sieht locker 15, wenn nicht 20 Jahre jünger aus. Im Haus der Springmaus wird ihr Auftritt zu einem funkelnden Höhepunkt der laufenden Saison.

Unterstützt von ihren superben Musikern Matthias Binner (Klavier), HD Lorenz (Kontrabass), Ralf Lehmann (Gitarre) und Rudi Neuwirth (Schlagzeug) präsentiert die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin ihr neues Programm "In My Sixties", eine musikalische Zeitreise in ein aufregendes Jahrzehnt. Im Mittelpunkt steht dabei Marens Lieblingssängerin.

"Mein Anker in der Pubertät war Dusty Springfield", sagt sie. "Sie war die ältere Schwester, die ich nie hatte. Sie war die Königin des Unglücklichseins, aber mit Genuss." Mit einer faszinierenden Gesangsstimme huldigt Maren Kroymann ihrer Dusty: "I Only Want To Be With You" ist dabei, ebenso "In The Middle Of Nowhere" und "Wishin' And Hopin'".

Maren Kroymann plaudert in den Liedpausen aus ihrer Jugend, etwa von ihrem Aufenthalt im US-Bundesstaat Ohio: "Der Weiblichkeitswahn am College war extrem. Alle Mädchen rasierten sich, ob sie irgendwo Haare hatten oder nicht, und schliefen mit Lockenwicklern im Bett."

Die musikalische Palette ist groß: Atmosphärisch erstaunlich stimmig gesellen sich deutsche Schlager wie "Feigling" von Ingrid Peters oder "Geh nicht vorbei" von Christian Anders zu "Lazy On A Sunny Afternoon" von den Small Faces.

Zum Triumph wird Marens Interpretation des Dusty-Springfield-Klassikers "I Close My Eyes And Count To Ten": Eine Gänsehaut zieht über den ganzen Körper, beschleunigt den Herzschlag, löst den innigen Wunsch aus, dass dieses fesselnde Drama aus Stimme und Musik nicht enden möge.