Frauenmuseum reflektiert in Ausstellung über "brotlose Kunst"

Mit der Kunst sein Brot zu verdienen ist nicht leicht: Viele Künstlerinnen und Künstler erfahren am eigenen Leibe. So auch Verena Kyselka, deren Ergebnis derzeit im Frauenmuseum zu besichtigen ist.

Bonn. Viele Künstlerinnen und Künstler erfahren am eigenen Leibe, was die landläufige Bezeichnung "brotlose Kunst" im Alltag bedeuten kann. So auch Verena Kyselka, deren neuerlicher Gang zur Erfurter Agentur für Arbeit eine tiefschürfende Recherche auslöst, deren Ergebnis derzeit im Frauenmuseum zu besichtigen ist.

Was man der arbeitssuchenden Künstlerin dort mitteilt, bildet die Impulsquelle der sozialkritischen Multimediainstallation: "Sie können doch nicht ewig Künstlerin bleiben!". Dieser "Selbstversuch" der Erfurter Universitätsdozentin zählt zu den insgesamt anspruchsvollen Diskursen zu zwei ineinander greifenden Schwerpunkten.

Das aus Berlin stammende Panorama von Installationen läuft unter dem Doppeltitel "beRuf Künstlerin/ ein Paradigmenwechsel"/ "Der globale Blick ist politisch" (Kuratorin: Uta Koch-Götze, Leiterin von "alpha nova - kulturwerkstatt & galerie futura", Berlin). Politischen Sprengstoff beinhalten die nahegehenden Multimediaprojekte des iranischen Duo Mehran Tizkar und Raha Rastifard.

Die Vision einer atomaren Universalapokalypse, sowie starke Bilder, wo die im Iran dominierende Verfolgung oder Unterdrückung von Künstlern belichtet wird stehen im Zeichen einer Rollendefinition, die auf engagierte Kunst setzt. In den Arbeiten der Koreanerin Jinran Kim, die in ihren Collagen (Malerei/Zeichnung) unter dem Motto "Trümmerfrauen" den Untergang von Kulturen heraufbeschwört, artikuliert sich überzeugend Geschichte.

Technisch nicht minder brillant thematisiert Landsfrau Sooki historische Themenfelder. Hildegard Skowaschs subversive Puppenmaskerade oder Monika Ortmann autobiografische "Artefakte" sind originelle Selbstreflexionen. Corinna Rostecks fotografischen Porträts der Choreografin Pina Bausch erweisen sich als eine beeindruckende Hommage an eine große Künstlerin. Sehenswert auch die Arbeiten von Anna S. von Holleben, Doris Hinzen-Röhrig, Alice Bahra oder Liz Mields-Kratochwil.

Frauenmuseum, Im Krausfeld 10, bis 7. November. Di-Sa 14-18 Uhr, So 11-18 Uhr.