GaLarie Lae

"Fotografische Malerei" des Gummersbacher Künstlers Dieter Otten

Pflegt den "Künstlerdialog": Dieter Otten in der Galerie.

BONN. Dieter Otten nutzt das Medium Fotografie als Basis für wie Gemälde wirkende Collagen oder Montagen. Zerklüftete, geschichtete Fotomotivrelikte lösen eine weitgehend verschlüsselte, teils surreal gefärbte Bildwelt aus.

Seine experimentelle, am Computer vollendete Arbeitswelt umschreibt der 1950 in Essen geborene Künstler mit dem Terminus "Fotografische Malerei". Deren kompositorische und thematische Bandbreite belichtet derzeit ein eindrucksreicher Soloauftritt.

Intensiv leuchtende, bisweilen scheinbar flackernde Farbdschungel, schemenhafte Strukturen, geometrische Relikte, Leitmotive wie den Betrachter fixierende Augen, plastisch hervortretende Gebilde wie Kugeln, verzerrte, verfremdete Physiognomien, futuristisch anmutende Architekturen prägen die Szene.

Wie die Titel verraten, setzt sich der in Gummersbach lebende Künstler in seinen zyklisch gebündelten Gedankenbildern mit Zeitkrankheiten, mit Krisenherden oder Gefahrenzonen der Gegenwart auseinander.

Der kritische Künstlerblick fällt auf Bereiche wie Heimat, Umwelt, Gesellschaft, Individuum, technischer Fortschritt, Konsum. Zwischen den Zeilen versierter Überblendungskunst ahnt man etwas von Identitätsverlust, Uniformität und Kreativitätsarmut.

In der Reihe "Künstlerdialoge" betreibt Otten paraphrasengleiche Auslotungen von Landschaftsmalern wie Johannes Wilhelm Schirmer. Das meist großformatige Bilderensemble führt auch auf die tiefsinnigen Fährten eines im Glauben verhafteten Künstlers, der biblische Stoffe mit neuer, existenzieller oder soziologischer Brisanz auflädt.

Info

GaLarie Lae, Heisterbacherhofstr. 1, bis 24. November. Mi 16 bis 19.30 Uhr, So 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter: 0173/ 250 45 17.