Festival "Clara rockt" im Bonner Clara-Schumann-Gymnasium

Am Wochenende traten Nachwuchsbands aus Bonn und der Region auf - Die Jungs pogen, die Mädels flüchten

Bonn. Der große Disco-Scheinwerfer und laute rockige Musik verkündeten schon von Weitem, dass in der Südstadt etwas los war. Im Clara-Schumann-Gymnasium hieß es am Freitag und Samstag wieder "Clara rockt".

Die Schülervertretung hatte zum Rock-Festival geladen und knapp 400 Freunde des lauten Sounds waren über beide Abende verteilt dem Ruf gefolgt. Auf der Bühne in der kleinen Turnhalle rockten lokale Bands, davor wurde geklatscht, getanzt und eine gute Party gefeiert.

Das Publikum bestand nicht nur aus Gymnasiasten: Das Festival hat sich herumgesprochen. "Ich habe gute Stimmung und tolle Bands erwartet", meinte Peter Knecht vom Kollegium Josephinum. Mit dem Ergebnis war er zufrieden.

Auf "seine" Band musste er am Freitag bis lange warten: "Burning Seasons" bildeten den Abschluss der ersten Festivalrunde mit gutem Punkrock, für den die Band aus Sankt Augustin bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

Davor gab es einen Mix aus Deutsch-Rock von den "Towelslappers", kreativem Indie-Rock von "Patented", Party-Punk mit englischen und deutschen Texten von "The Poolfarmers" und hartem Metal von "Three Act Tragedy".

Diese Bonner Band, genannt dem gleichnamigen Hercule-Poirot-Krimi von Agatha Christie, entzweite das Publikum: Während die einen sich dem wilden Pogo-Tanz hingaben, der ein wenig an absichtliche unkontrollierte Rempelei erinnert, nahm vor allem das weibliche Publikum vor dem Gröhlgesang Reißaus.

Auf dem Schulhof konnte man Frischluft tanken oder sich auch im Raucherbereich aufhalten. Hier hatten einige Besucher etwas auszusetzen: "Die Raucherecke ist zu klein", meinte Thorsten Kemps und Dennis Mirza setzte noch einen drauf: "In dem abgegrenzten Bereich wird man richtig ghettoisiert." Aber sonst fanden es beide "super".

Und sie konnten froh sein, dass sie überhaupt rauchen durften: "Wir haben erst auf den letzten Drücker vom Schulleiter die Genehmigung erhalten, die Raucherecke zu öffnen", berichtete Schülersprecher Robert Sass, der das Festival mitorganisiert hat.

Direktor Willi Nikolay kam auch selber vorbei und zeigte sich erstaunt über die Qualität des Festivals. "Er war überrascht und hätte uns das nicht zugetraut", sagte Sass. Zwei Bands hatten abgesagt, dafür war eine kurzfristig eingesprungen: "The Spoilt" präsentierte deutsche Texte mit Köpfchen.

Die "Beste Band" beim Songwriterwettbewerb "Xpress yourself" NRW von 2008 war ein echter Zugewinn für das Festival. Das ging am Samstag hochkarätig weiter: "Beam" präsentierte ein abwechslungsreiches Punk- und Pop-Programm, "Tough Nut To Crack" aus Koblenz erreichte das Publikum mit Gute-Laune-Rock und "Basement" zeigte, dass die Jugendlichen um Sängerin Amrei Wehnert seit ihrem Bestehen viel gelernt haben.

"Roots of Symphony" war die vielleicht kompletteste - und ruhigste - Band des Festivals und wäre ein fast entspannter Ausklang gewesen, aber zum Abschluss drehten die Westerwald-Jungs von "2 Times Wasted" mit Ska-Punk und Trompetensound noch mal richtig auf. Zum Schluss bleibt ein guter Gesamteindruck: "Clara rockt 2009" war erfolgreich.