Feierlicher Gestus

BONN. "Cantate Domino" lautete das Programm, mit dem das "Bonner Vokalensemble" unter Leitung von Philipp Ahmann in der gut besuchten Lutherkirche Psalmvertonungen des 16. und 17. Jahrhunderts veritabel zur Aufführung brachte.

Den feierlichen Gestus konnten die rund 25 Vokalisten gleich zu Beginn in Schütz' "Cantate domino" (Psalm 149,1-3) voll entfalten. Ahmann ermunterte durch sein ausholendes und präzises Dirigat zu expressiven Interpretationen.

Getragener und ruhiger, insgesamt stimmlich tiefer gefärbt wirkte da Hasslers "Laetentur coeli" (Psalm 96,11-13), ähnlich sein "Cantate Domino" (Psalm 95,1-3) und "Laudate Dominum" (Psalm 116). Als gelungenen Kontrast gab Evelyn Buyken am Cello solistische Intermezzi. Mit Ausschnitten aus Bachs Cello-Suiten I-III gerieten ihr besonders kraftvoll die Bourée und Gigue aus Suite III.

Die spannende Verdichtung aller Stimmen im Verlauf von Palestrinas "Exsultate Deo" (Psalm 81,1-3) gelang dem Ensemble stimmlich ebenso überzeugend wie die "Echo-Effekte" in Schütz' "Jauchzet dem Herrn" (Psalm 100), in dem sich der Chor in zwei Blöcken gegenübersteht.

Bachs großformatig angelegtem "Lobet den Herrn, alle Heiden" (Psalm 117) - von der Fuge bis zu den ausgedehnten Alleluja-Rufen - waren alle Sänger ein guter Sachverwalter, bevor ein letztes "Cantate Domino" von Monteverdi (aus Psalm 96 und 98) die Kirche mit vollem Chorklang erfüllte.