Der Förster Peter Wohlleben stellt sein neues Buch vor

Förster Peter Wohlleben stellt neues Buch vor

Der Förster und Bestsellerautor hat jetzt ein neues Buch über Das geheime Netzwerk der Natur geschrieben

Der Förster und Bestsellerautor hat jetzt ein neues Buch über Das geheime Netzwerk der Natur geschrieben

HÜMMEL. Der Förster und Autor Peter Wohlleben enthüllt in seinem neuen Buch das Netzwerk der Natur. Geboren wurde Wohlleben in Bonn.

Dass Erfolg ein Leben verändert, das hat der in Bonn geborene Förster Peter Wohlleben am eigenen Leib erfahren. Vor allem sein Buch „Das Seelenleben der Bäume“ hat den Schriftsteller aus dem Eifeldorf Hümmel in die Liga der Bestsellerautoren katapultiert. Für ihn war klar: „Du musst etwas an deinem Leben ändern.“ Und das tat er auch. Er hat einen Teil seines Reviers an einen jüngeren Kollegen übergeben und arbeitet nur noch „halbtags“ als Förster. Dafür hat er im Dezember 2016 mit zwei Kollegen die „Waldakademie Hümmel“ gegründet.

Diese Veränderung war erforderlich, weil er mehr Freiräume fürs Schreiben, für seine Seminare und die Familie braucht. Die Zeit hat er gut genutzt: Vor wenigen Tagen ist sein neues Buch „Das geheime Netzwerk der Natur“ erschienen. Inhaltlich knüpft Wohlleben dabei an seine beiden vorigen Bücher an. Er geht zum Beispiel der Frage nach, wie Fische in Bäume kommen können. Seine These: Dort, wo die Natur noch intakt ist, gelangen Meeres-Stickstoffe über die Nahrungskette in Bäume. Ein Beispiel: In Nordamerika fangen Bären Lachse, verspeisen sie und scheiden entsprechende Stickstoffe im Wald wieder aus. Die Baumwurzeln nehmen diese Stickstoffe auf. „In Europa kommt diese Kette durch Kormorane wieder in Gang“, betont Wohlleben.

Wie in seinen beiden vorangegangenen Erfolgsbüchern berichtet er auch jetzt wieder über das faszinierende Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren, bringt neueste wissenschaftliche Erkenntnisse mit seinen eigenen Erfahrungen aus der Natur zusammen und den Leser wieder einmal ins Staunen.

„Die Natur steckt voller Überraschungen. Dazu liefere ich einige Beispiele: Kraniche sabotieren die spanische Schinkenproduktion, Nadelwälder können Regen produzieren, und Laubbäume beeinflussen die Erdrotation“, verrät Wohlleben, der 1964 in Bonn geboren wurde und bis zu seinem fünften Lebensjahr mit seinen Eltern in der Richard-Wagner-Straße wohnte. Danach zog die Familie nach Sinzig um.

Wohlleben meldet sich auch immer wieder mal zur Rückkehr des Wolfes zu Wort: „Dort, wo Wölfe leben, wächst der Wald. Hirsche ziehen sich wegen der Wölfe zurück, und deshalb gibt es weniger Verbissschäden an jungen Bäumen. Wölfe tun der Natur gut“, sagt Wohlleben. Dass er mit seinen oft überraschenden Thesen manchmal bei Berufskollegen aneckt, stört ihn nicht. „Da stößt die klassische Forstwirtschaft auf jemanden wie mich, der durch eine bildhafte Sprache komplexe naturwissenschaftliche Erkenntnisse versucht, verständlich zu machen.“

20 Bücher schon erschienen

Im März dieses Jahres kam sein Buch „Gebrauchsanweisungen für den Wald“ in den Buchhandel (Piper-Verlag, 240 Seiten, 15 Euro). „Es hat mich gereizt, ein Buch in dieser Reihe zu schreiben. Ich will damit die Leute animieren, in den Wald zu gehen“, sagt Wohlleben. In dem Buch räumt er mit Vorurteilen auf. Zum Beispiel behauptet der zweifache Familienvater, dass Krach für Waldtiere entspannend ist. Grund: Bei Krach können sie „Eindringlinge“ besser orten. Ein anderes Beispiel: Die Gefahr, sich beim Naschen von Brombeeren im Wald mit dem Fuchsbandwurm zu infizieren, liegt laut Wohlleben fast bei Null. „Menschen sollen im Wald Spaß haben und nicht durch Verbote, Verordnungen und Maßregelung an Erlebnissen im Umgang mit der Natur gehindert werden.“

Ende September wird Wohllebens erstes Kinderbuch erscheinen. Es heißt „Hörst Du, wie die Bäume sprechen?“ (Oettinger-Verlag, 128 Seiten, 16,99 Euro). „Ich versuche meine Ansichten und Anregungen im Umgang mit dem Wald in die Sprache der Kinder zu übersetzen. Das ist mir wichtig.“

Fast 20 Bücher hat Wohlleben mittlerweile geschrieben. Wie viel gibt es noch über den Wald zu schreiben, was noch nicht gesagt wurde? Antwort des Försters: „Nach meinem ersten Buch habe ich gedacht, ich hätte alles geschrieben, was ich weiß. Das stimmte natürlich nicht. Damals fehlte mir einfach die Erfahrung mit dem Schreiben. Jetzt wird der Bogen immer runder. Ich profitiere natürlich von meiner langjährigen Berufstätigkeit im Wald.“ Auch heute noch erlebt er bei seinen Exkursionen und Seminaren viel Neues.

Info: Peter Wohlleben, „Das geheime Netzwerk der Natur“, Verlag Ludwig, 224 Seiten, 19,99 Euro, auch unter www.wohllebens-waldakademie.de.