Konzert mit Elena Harsànyi und Toni Ming Geiger

Entführung in wunderschöne Traumwelten

Bonn. Obschon das Bonner Schumannfest inzwischen um den Geburtstag Robert Schumanns herum stattfindet, wird doch auch sein Todestag nicht vergessen und musikalisch gewürdigt. Auch bei dem Konzert, mit dem des 159. Todestages gedacht wurde, stand das Motto "Familienbande" über allem.

Wie Markus Schuck, Vorsitzender des Vereins Schumannhaus und Leiter des Schumannfestes, in seinen Begrüßungsworten erläuterte, war dieses Motto in zweifacher Hinsicht gegeben: Die beiden jungen Künstler Elena Harsànyi und Toni Ming Geiger kommen beide aus Bonn, sind also der Stadt "familiär" verbunden.

Mit den Cinq Mélodies populaires grècques von Maurice Ravel begannen die Musiker den Liederabend. Harsànyi erfreute bereits in "Le Réveil de la Mariée" mit ihrem weichen Sopran. Ming Geiger passte sich trotz der nicht ganz einfachen Akustik des Schumannhauses mühelos an ihre Dynamik an.

Lautmalerisch mit Kirchenglocken erklang dann auch das zweite Volkslied. Dass sie auch verschmitzt und charmant, mit vollem Klang singen kann, bewies Harsànyi spätestens in "Quel galant m'est comparable".

Ähnlich witzig gelang auch der "Blumenkatalog" von Darius Milhaud. In wunderschöne Traumwelten entführten Harsànyi und Ming Geiger mit zartem Schmelz mit zwei Liedern Duparcs.

Nach der Pause erklang Schumanns Liederzyklus op. 39. Glasklar und mit deutlichen Verzierungen war bereits "In der Fremde" zu hören. Den Zyklus mit seinen unterschiedlichen Stimmungen setzten die Bonner Musiker abwechslungsreich und in gekonntem Einklang um. Dementsprechend begeistert fiel der Applaus aus.