Sinfonie-Konzert der Camerata musicale

Eine reife Leistung

Bonn. Die Camerata musicale, das studentische Sinfonie-Orchester an der Bonner Universität, hat mittlerweile ein ganz außerordentliches Niveau erreicht.

Insbesondere der große Streicher-Apparat hat eine exzellent homogene Klang-qualität entwickelt, die den Vergleich mit Musikern eines Profi-Orchesters kaum zu scheuen braucht. Und auch die übrigen Gruppen (Holz, Blech und Schlagwerk) agieren ausdrucksstark mit großer Zuverlässigkeit. Ein Verdienst von Martin Kirchharz, in dessen künstlerischer Obhut das Orchester seit dem Wintersemester 2008/09 steht.

Mit Antonín Dvoráks G-Dur-Sinfonie op. 88 hatte man sich einem Werk zugewandt, das erhebliche Anforderungen nicht nur technischer Natur stellt. Einem böhmischen National-Idiom gilt es hier nachzuhorchen, ohne dabei in musikantische Klangschwaden zu verfallen. Kirchharz wahrt diese Grenze präzise, indem er sauber differenzierend musizieren lässt und scharfe Kontraste setzt, alle sentimentalischen Untiefen klug umschiffend.

Eröffnet worden war das Programm in der voll besetzten Uni-Aula mit Beethovens Coriolan-Ouvertüre, straff disponiert, mit viel brio in den Streichern. Die konnten sich gleich weiter von ihrer besten Seite zeigen beim Konzert für Alt-Saxofon und Streicher Es-Dur op. 109 von Alexander Glasunow.

Lukas Stappenbeck blies dessen Endlosgirlanden und bedankte sich für den frenetischen Applaus mit einer mörderisch rasanten "Fingerübung". Zu hören war Stappenbeck noch einmal am Ende des Abends in der Zugabe mit einer Bearbeitung von Astor Piazzollas "Oblivion" für Sopran-Saxophon und Streicher.