Beethoven-Haus

Ein außergewöhnlicher Kammermusikabend zur Eröffnung

Bratschist Nils Mönkemeyer und Pianist Nicholas Rimmer im Kammermusiksaal.

BONN. Zum Eröffnungskonzert des diesjährigen Deutschen Musikwettbewerbs (DMW) lud eine illustre Runde "Ehemaliger" mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm in das Beethoven-Haus ein. Sowohl das Blockflötenquartett Quartet New Generation (QNG) als auch das Duo Nils Mönkemeyer und Nicholas Rimmer waren 2006 unter den Preisträgern des Wettbewerbs.

Andreas Hofmeir, der an diesem Abend als Tubist und Moderator zu erleben war, wobei man ihm sein weiteres Standbein als Kabarettist durchaus anmerkte, begrüßte das Publikum zu dem Konzert "der Randgruppen" (Blockflöte, Bratsche, Tuba, Harfe).

Musikalisch machten die vier Damen von QNG den Anfang. Sie ließen ihren szenischen Einzug, bei dem sie Johann Walters "Vivat carolus" spielten, nahtlos in "Clockwork Toccata" (1999/2000) von Fulvio Caldini übergehen. Ein besseres Beispiel für die Grenzaufhebung zwischen Alter und Neuer Musik hätte man nicht finden können.

Ähnlich brillant gelang QNG diese Auflösung bei ihrem zweiten Block des Abends mit Bach und Schostakowitsch. Mit Woijtek Blecharz? "Airlines", das 2008 für QNG entstand, zeigten die Musikerinnen eindrücklich (für Ohren und Augen!) und virtuos, was man mit der Blockflöte alles machen kann: Da wurden Blockflöten wie Querflöten gespielt, sogar auseinandergebaut.

Nach diesem beeindruckenden Einstieg war das Duo Mönkemeyer - Rimmer mit Schostakowitschs Bratschensonate zu hören. Das Werk, das der Komponist als bereits Todkranker schrieb, begleitet die beiden Musiker seit Beginn ihres Zusammenspiels. Die kunstvolle Schlichtheit, mit sie das Werk spielten, hatte etwas sehr Berührendes.

Das letzte Duo fällt schon durch seine vermutlich einmalige Besetzung auf: Es besteht aus Tubist Andreas Hofmeir und Harfenist Andreas Mildner. Sie haben "unfreiwillig" beim DMW 2005 zueinander gefunden. Eigentlich habe Hofmeir als 19-Jähriger eine Komposition für Tuba und Harfe in Auftrag gegeben, in der Hoffnung, darüber eine nette junge Dame zu treffen, wie er berichtete.

Aus diesen Plänen sei zwar nichts geworden, aus dem Duo dank des DMW jedoch schon. Musik von Jörg Duda, der jenes erste Werk komponiert hatte, war auch am Montagabend zu hören. Hier ebenso wie in Piazzollas "Nightclub 1960" zeigten Hofmeir und Mildner, dass diese so unterschiedlichen Instrumente zu einem wunderbaren Gesamtklang verschmelzen können. So endete ein langer, aber kurzweiliger und dank Hofmeirs Moderation hochamüsanter Abend.