Barbara Ruscher im Pantheon

Ein Fischstäbchen packt aus

Panierfehler: Barbara Ruscher im Pantheon.

Bonn. Sie kommt ohne Panaden-Kostüm. Ist besser so. Das wäre zu weit gegangen, hätte Barbara Ruscher in ihrem Solo-Programm "Panierfehler! Ein Fischstäbchen packt aus", das sie im Bonner Pantheon präsentierte, zu sehr auf die peinlich-alberne Seite gebracht. Auf jene mit iPhone-Witzen, Erektionsliedern und Hundekot-Fantasien. Auf die Barbara Ruscher auch gut verzichten könnte. Wenn sie denn wollte.

Doch sie will nicht. Stattdessen versucht es die Mittvierzigerin mit einem Balance-Akt zwischen diesen teils eher platten und vor allem von anderen Künstlern hinlänglich bekannten Comedy-Ansätzen und pfiffigen, pointierten Geschichten über das Leben in Köln-Sülz, in der ehemalige Langzeitstudenten Karnickel-Komplexe durch Klugscheißer-Produktion verursachen und ihr Leben mit Seehofer 4, Dinkel-Weckmännern und Apfelschnitzchen gegen physikalische Tangenten von Jim-Dschingis bereichern.

Großartig, mit hervorragendem Timing - das ist Barbara Ruscher in Höchstform. Vor allem ihre Lesungen aus dem Blog von Säugling Mia sorgen für Begeisterung: Das kleine Würmchen ist bereits vor der Geburt hellwach, verweigert sich zuerst den Schrei-Kommandos der Mutter, bequemt sich dann doch in die Unsicherheit dieser Welt und sorgt unter anderem im Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP) sowie bei der Ostereier-Suche für Wirbel. Auf der anderen Seite versucht sich Barbara Ruscher als Männerversteherin. Warum sie auf den uralten Geschlechterkampfzug aufspringen muss, bleibt ein Rätsel.