Brass-Kapelle aus Bonn

Druckluft zündet die nächste Stufe

Die Bonner Brassband "Druckluft" sorgte bei "Bonn leuchtet" für beste Stimmung in der Bonner City.

Die Bonner Brassband "Druckluft".

BONN. Vor fünf Jahren gründete sich die Bonner Brass-Band "Druckluft" als Schüler-Band am Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) in Bonn-Beuel. Die Band folgt den Spuren von Querbeat. Der GA stellt sie vor.

Sie heißen Eva, Christina, Lisa, Marie, Florian, Jonas, Peter, Büchel, Timm, Basti, Gregor, Philpp, Flo und Max. 13 Musiker und ein Manager, der sich um die Geschicke der junge Bonner Band Druckluft kümmert. Auch das Instrumentarium beeindruckt: Gitarre, Bass, zwei Schlagzeuge, Geige, Posaune, Mellophon, zwei Saxofone und gleich vier Trompeten. Druckluft bezeichnet sich als "Brass-Band", gegründet wurde sie vor fünf Jahren als Schülerband am Kardinal-Frings-Gymnasium (KFG) in Bonn-Beuel.

Da war doch was! Genau: Querbeat! Auch die heutigen Überflieger der neuen, kölschen Unterhaltungsmusik stammen aus der Talentschmiede des Musikpädagogen Erhard Rau, der am KFG Trompete unterrichtet und nebenher erfolgreiche Bands gründet. Querbeat war 2001 nicht Raus erster Geniestreich, denn auf 1988 datiert die Geburtsstunde der glorreichen Stunksitzung-Band Köbes Underground, in der das Gründungsmitglied Rau bis heute mitwirkt.

Druckluft indes folgt den Spuren von Querbeat. Am Anfang waren Schulfeste und Stadtfeste, dann Karneval und noch mehr Karneval mit 160 Kurzauftritten in der vergangenen Session. Jetzt zündet die Band eine neue Stufe - und startet ihre erste reguläre Tournee mit abendfüllenden Konzerten. Am 2. Mai gastiert Druckluft im Haus der Springmaus. "Wir freuen uns mega auf das erste richtige Konzert in unserer Heimatstadt", sagt der Trompeter Florian Hertel (23) im GA-Gespräch. Im Vorprogramm spielt Stadtrand, ebenfalls aus Bonn und karnevalserprobt.

"Klar", sagt Hertel, "die Gemeinsamkeiten mit Querbeat liegen auf der Hand, trotzdem gehen wir unseren eigenen Weg". Während die Vorreiter bereits bundesweit Partys aufmischen, sind die im Schnitt um sechs, sieben jüngeren Druckluft-Akteure noch überwiegend mit dem Studium beschäftigt, wobei die Bühnenaktivitäten zunehmen. "Das nächste Jahr ist, vor allem auch nach der Session, bereits ziemlich durchgeplant", sagt Hertel.

Termin- oder Motivationsprobleme sieht Hertel bei seinen Bandkollegen, die alle Anfang 20 sind, nicht. "Alle haben tierisch Bock auf die Band und stecken ihre freie Zeit gern ins Projekt."

Entscheidend sei die frühe Planung, ergänzt der Trompeter. Und einmal im Jahr begeben sich die Musiker für zwei Wochen nach Mallorca. "Wir mieten uns eine große Finca, die Instrumente nehmen wir mit, wir proben und genießen das Wetter."

Beim Repertoire will sich Druckluft bis auf Weiteres treu bleiben. Die Band ist auf spektakuläre Medleys abonniert, die Palette reicht von regionalem bis zu internationalem Liedgut. Ihren furiosen Mix aus populären Musiknummern veredeln die Instrumentalisten mit variablen, oft überraschenden Showeffekten. "Das ist mehr als nur Cover", sagt Hertel und findet schließlich die passende Bezeichnung: "Das ist Zirkus auf der Bühne."

Zum Höhepunkt einer druckvollen Druckluftshow gerät in der Regel der Einsatz einer so genannten Röhrentrommel, die im Eigenbau entstanden ist und live "mit Gummilatschen" bearbeitet werden. "Das muss man gesehen haben."

Die ominöse Röhrentrommel kommt auch am 29. Juni auf dem KunstRasen zum Einsatz. Bei der neuen Konzertreihe "Sound of Heimat" spielen: Kasalla, Cat Ballou, LaBrassBanda sowie Querbeat - und Druckluft.

Info: Druckluft, Bonn-Endenich, Haus der Springmaus, Do 2. Mai, 19 Uhr / Sound of Heimat, Bonn-Gronau, KunstRasen, Sa 29. Juni, ab 13 Uhr; www.ga-bonn.de/tickets