Preview von "Wildes Herz"

Doku über Feine Sahne Fischfilet wird in Bonn gezeigt

Bonn. Drei Jahre lang hat ein Filmteam die Band Feine Sahne Fischfilet und besonders Sänger Jan "Monchi" Gorkow begleitet. In Kürze gibt es die Doku im Kino - in einer Preview auch in Bonn. Ähnlich wie die Band selbst wird auch der Film polarisieren.

Ab dem 12. April wird in Kinos in ganz Deutschland die Dokumentation "Wildes Herz" gezeigt. Eine Preview gibt es bereits wenige Tage vor dem offiziellen Kinostart - am 9. April im Kinopolis in Bad Godesberg. Für die Dokumentation hat das Filmteam um Regisseur Charly Hübner - bekannt als Schauspieler unter anderem im Polizeiruf als Kommisar Alexander Bukow - die Band Feine Sahne Fischfilet und speziell Sänger Jan "Monchi" Gorkow drei Jahre lang mit der Kamera begleitet. Dass die Band in den vergangenen Jahren einen enormen Anstieg an Fans und Bekanntheitsgrad verzeichnen durfte, liegt auch an der politischen Situation in Deutschland: Feine Sahne Fischfilet positioniert sich klar gegen Nazis, Rassismus und Homophobie und setzt sich für Flüchtlinge ein.

Der Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern beobachtet die Band aus Rostock schon seit ein paar Jahren. Mitglieder der Band - darunter auch Gorkow - werden dort als "linksextrem" und als Gefährder der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" eingestuft. "Es gab irgendwann den Zeitpunkt, an dem ganze Landstriche bei uns nur noch mit Nazi-Plakaten beklebt waren. Da musst du dich positionieren", sagt Gorkow selbst in der Dokumentation, die auch das Privatleben des Sängers und seine Vergangenheit beleuchtet - von der Zeit als Ultra bei Hansa Rostock bis zu seinen Auftritten bei Gegendemos von Veranstaltungen rechter Parteien und Gruppierungen. Gorkow selbst steht bei Protesten gegen Rechtsextreme oft in den ersten Reihen, die Nähe der Band zur Antifa ist unbestritten.

 

Mit der Flüchtlingswelle in Deutschland veränderte sich auch die Stimmung. Ein Rechtsruck der Gesellschaft sorgte nicht zuletzt auch für den Einzug der AfD in den deutschen Bundestag. Die Dokumentation beleuchtet auch unter dem Gesichtspunkt die Entwicklung der Band und zeigt den Einsatz Gorkows für Flüchtlinge. Er selbst sagt zum Thema Flüchtlinge: "Selbstverständlich lassen wir Leute nicht verrecken."

Erst am Freitag trat die Band im Kölner Palladium auf. Das Konzert war ausverkauft. Von den Toten Hosen gab es zur Begrüßung im Rheinland eine Grußkarte mit allen Unterschriften. Auf Festivals wie Rock am Ring sind die Rostocker Musiker kaum noch wegzudenken. Schon bald wird die Band dann wieder im Rheinland zu sehen sein - wenn auch erst einmal nur auf der Leinwand im Kinopolis.