Die Zeiten werden Hertha

Kabarettistin Hertha Schwätzig lässt im Bonner Pantheon Tische schweben und Models abmagern

Bonn. Waldmeisterlimonade und Erdbeerlikörchen - so schrill, bunt und süß-bezaubernd, wie ihre Lieblingszaubereien schmecken, ist auch ihre Show. Da bietet Hertha Schwätzig, die jetzt im Pantheon zu erleben ist, viel Comedy und Klamauk, Spaß an der Verkleidung und geschickte Zaubereien, frei nach dem Motto "Man kann nicht mehr Tage in sein Leben zaubern, dafür aber mehr Leben in seine Tage".

Das persönliche Rezept der in Köln lebenden Hessin, mit dem sie Leben in ihre Comedy-Shows zaubert, greift auch ganz konkret auf Zauberkunst zurück. Aus dem Nichts etwa zaubert Hertha Schwätzig Getränke ins Glas, lässt Tische schweben und philosophiert mit Kordelknotentricks über das Leben zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Im selbst kreierten bunten Fruchtbarkeitskostüm à la Niki de Saint-Phalle macht sie sich Gedanken über Models und Abmagerungskuren, Schönheitsideale und Verschönerungsmaßnahmen, Macho-Mutanten und das Wunder zu Kana.

Aufgelockert werden ihre geschwätzigen Plaudereien mit einigen Rock-, Pop- und Rap-Songs aus der Feder von Zeus Borrmann. So entsteht ein flippiger Reinkarnations-Rap und die eigene mutmachende Hymne "Das Leben ist hart, aber ich bin Hertha."

Ein bisschen langatmig allerdings gerät der zweite Teil der Comedy-Show unter dem Titel "Die Zeiten werden Hertha", in dem "Marias Gardinenpredigt" mit einer kabarettistischen Aufbereitung des Leben Jesu arbeitet. Irgendwo zwischen Oberammergau und Augsburger Puppenkiste sucht sie da ihren Zugang und verzettelt sich in raumfüllenden Ausführungen.

Noch Samstag Abend, 20 Uhr, im Pantheon.