Varietéspektakel im Pantheon vom 14. bis 31. August

Die Grenzen der Schwerkraft im Bonner Pantheon

Varietéspektakel: „Le Chateau mysterieux“ ist noch bis 11. August im Senftöpfchen-Theater in Köln zu sehen.

Varietéspektakel: „Le Chateau mysterieux“ ist noch bis 11. August im Senftöpfchen-Theater in Köln zu sehen.

BONN. Stephan Masurs zehntes Sommervarieté im Pantheon zeigt atemberaubende Artistik. „Le Chateau mysterieux" entführt die Zuschauer in ein geheimnisvolles Schloss und zu dessen schaurig-schrägen Bewohnern.

Ein verirrtes Geschwisterpaar findet Zuflucht in einem alten, einsam gelegen Schloss. Die Bewohner dort mögen auf den ersten Blick so bieder und harmlos erscheinen, wie sie wollen. Doch lernt man sie erst näher kennen, wird der Eindruck zweifelsohne ein anderer sein. Da wäre zum Beispiel der unheimliche, dabei auch etwas schräge Graf, der die Besuchern in die Geheimnisse seines verwunschenen Domizils einweiht und sie dabei auch vor so manche Mutprobe stellt. Oder die stets eifrige Dienerschaft, die ihrerseits noch ganz eigene Gruselgeschichte zu erzählen hat.

Und es wäre durchaus möglich, dass ein berühmtes Musical hier und da als Inspiration gedient hat. Doch „La Chateau mysterieux“, das neue Varietéspektakel von Stephan Masur, das am Dienstag, 14. August, im Pantheon-Theater Bonner Premiere feiert, setzt ganz eigene Akzente.

Schwer vorstellbar jedenfalls, dass Frank N. Furter und all die anderen Protagonisten aus der The Rocky Horror Show von Richard O’Brien sich dem Publikum jemals so biegsam, so wagemutig in luftiger Höhen und mit solch atemberaubender Geschicklichkeit präsentieren könnten wie die fünf jungen Artisten, die er eigens für diese Show um sich versammelt hat.

Zu ihnen gesellt sich der Erfinder, kreative Kopf und Produzent in der selbst kreierten Rolle des barocken Gecken Le Comte. Regie führt der Niederländer David Severins, die Chorographie obliegt der Griechin Photini Meletiadis und die Technische Leitung liegt in den Händen von Michael „Abrazzo“ Blattmann.

In mysteriösen Schloss hat die Schwerkraft nur begrenzt Gültigkeit

Tradition hat das Varieté im Pantheon schon seit 2009 – nunmehr das zehnte Gastspiel dort und das zweite in der ehemaligen Halle Beuel Und ohne nun zu viel vorwegnehmen zu wollen – eines kann man auf jeden Fall schon sagen: In diesem mysteriösen Schloss hat die Schwerkraft nur begrenzte Gültigkeit. Was Ryunosuke Yamazumi mit seinem „Big Ball Juggling“ und Chinese Pole auf eindrucksvolle Art und weise zeigt. Seine Technik im Ninja Style hat auch schon im Cirque du Soleil und bei weltweiten Galas Aufsehen erregt.

Eine Luftnummer ist Lisa Chudalla mitnichten. Höhenangst kennt die Artistin ebenso wenig, wie ihre Performance an Chains (Eisenketten) und im Single Wheel beweist. Die Zuschauer des Spektakels „Le Voyage“ aus dem Jahr 2012 – erinnern sich vielleicht.

Malte Strunks Diabolo-Artistik verbindet Comedy und Theater und hat damit sein Publikum im Hansa Theater Hamburg, Wintergarten Varieté und bei Le Plus Grand in Frankreich begeistert. Sein Bonner Debüt gibt in diesem Jahr das tschechische Duo HandtoViolin mit Handstand- Artisik, Stuhlequilibristik und Violinspiel. Der junge Niederländer Christiaan Vandeburgt, Absolvent der Hochschule für Circuskünste in Rotterdam geht mit Büchern recht unkonventionell um. Und sein Landsmann, der Sänger und Entertainer Dave van der Wal hat sich schon mit großen Shows im Theater und im Fernsehen einen Namen gemacht.

Tickets ab 24,80 Euro gibt es hier.