17. Bonner Schumannfest

Der Zauber des Anfangs

Ottavia Maria Maceratini spielt im Juni Schumanns op. 1.

BONN. Sein Opus 1 widmete Robert Schumann einer gewissen Mademoiselle Pauline Comtesse d'Abegg. Doch anders als etwa bei den klangvollen Namen der zahlreichen Widmungsträgerinnen Beethovens handelt es sich im Falle dieser Adressatin um eine Fantasiefigur, "deren Vater ich allein bin", wie Schumann einem Freund gestand.

Diese kleine romantische Spielerei sollte freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass sein Opus 1, die "Abbegg-Variationen", für Schumann sehr wichtig war. Mit diesem Werk stellte er sich dem Wettbewerb großer Meister, lebender wie toter.

Das 17. Bonner Schumannfest steht vom 10. Mai bis zum 21. Mai unter dem Motto "Opus 1 - Der Zauber des Anfangs" und stellt allabendlich ein Erstlingswerk zur Diskussion, wie Festivalleiter Markus Schuck und sein Stellvertreter Ulrich Bumann im Schumannhaus erläuterten.

"Das Motto muss zum Inhalt des Festivals und zu Schumann passen", sagte Bumann. Die Abegg-Variationen erklingen aber erst im Rahmen des Festival-Postludiums an Schumanns 158. Geburtstag am 7. Juni, der mit einem Konzert der italienischen Pianistin Ottavia Maria Maceratini gefeiert wird.

Der von Robert und Clara Schumann leidenschaftlich protegierte Johannes Brahms ist mit der Klaviersonate in C-Dur op. 1 am Eröffnungsabend des Festivals (10. Mai) im Schumannhaus vertreten. Gespielt wird sie von Jamie Bergin. Bevor der Brite um 20 Uhr seinen Klavierabend beginnt, schallen bereits um 14 Uhr Fanfaren vom Kreuzberg auf Endenich hernieder (Bonner Alphorn Ensemble).

Ab 16 Uhr präsentiert dann das von Thomas Kimmerle und Thomas Heck gegründete Jugend Jazz Orchester Bonn ein ganz spezielles Opus 1 im Theater im Ballsaal: Ensemblemitglied Matthias Loevenich stellt seine eigene Jazz-Bearbeitung der Bach'schen Fuge in e-Moll BWV 533 vor. Ebenfalls im Ballsaal gibt es am 11. Mai, 19 Uhr, Franz Schuberts Opus 1 zu hören, den "Erlkönig". Bariton David Pichlmaier singt außerdem eine Erlkönig-Uraufführung des 27-jährigen Paul Leonard Schäffer.

Das Berlage Saxophone Quartet integriert am 17. Mai die "Fähnrichs-Polka" von Modest Mussorgsky als Opus 1 in sein Programm. Der Geiger Philipp Bohnen spielt am 18. Mai gemeinsam mit dem Boviar-Trio ein kaum bekannteres Opus 1: das Klavierquartett von Walter Rabl - "Herrn Dr. Johannes Brahms verehrungsvoll zugeeignet". Für Bumann handelt es sich um "eine der schönsten romantischen Kompositionen überhaupt".

Weiter gibt es einen Klavierabend mit dem aufstrebenden Pianisten William Youn (14. Mai), Deutscher Musikwettbewerb und Musikrat sind mit zwei Konzerten am 13. und 15. Mai vertreten. Katharina Troe (Cello) und Michael Struck (Klavier und Moderation) beschäftigen sich mit dem Barock-Komponisten Pietro Boni. Mariska van der Sande, Flötistin im Bonner Beethoven Orchester, und ihre Harfe spielende Kollegin Johanna Reithmayer widmen sich am 19. Mai Händels Opus 1.

Am 20. Mai präsentieren die Sopranistin Irmelin Sloman und der Pianist Thomas Palm die Quatre Polonaises op. 1 von Clara Schumann. Der Bonner Pianist Johannes von Ballestrem, der sich fürs Festival mit dem Österreicher Elias Stemeseder zum Klavierduo formiert, improvisiert am Abschlussabend unter anderem über Mozarts Menuett für Klavier in G-Dur, das - natürlich - die Köchel-Nr. 1 trägt.

Ebenfalls zum Motto passen Mariska van der Sandes Aktion "Unser Opus 1", in deren Rahmen Kindergartenkinder spielbare Instrumente basteln. Ein paar hübsche Exemplare stellte sie im Schumannhaus schon einmal vor, darunter eine Geige und ein Cello aus Holzkisten. Der Kultwein "Opus One" wird ebenfalls Thema, wenn Deutschlands einzige Master of Wine Caro Maurer am 12. Mai im Podium 49 einen "Abend zum Genießen" moderiert. Zola Mennenöh (Gesang) und Johannes von Ballestrem (Klavier) untermalen den Abend musikalisch.

Für das Festival-Filmprogramm sorgt das Rex-Kino: Peter Greenaways "Der Kontrakt des Zeichners" gibt es am 11. Mai (Einführung: Dietmar Kanthak) und am 13. Mai "Song of Love" mit Katharine Hepburn und Paul Henreid als Clara und Robert Schumann (Einführung: Bernhard Hartmann).

Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.