Ensemble 07 in der Trinitatiskirche

Der Klang der finnischen Natur

BONN. Zum nunmehr zweiten Mal war das Ensemble 07 in der Endenicher Trinitatiskirche zu Gast. Das 2007 gegründete Freie Kammerorchester Köln hat sich die Interpretation selten zu hörender Werke zur Aufgabe gemacht und bewegt sich dabei quer durch die Musikgeschichte.

So umfasste auch das Programm in Endenich Werke vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Den Beginn machte das Streichorchester mit der zweiten Sonate aus Georg Muffats "Armonico tributo", in der auch in der Orchesterfassung Soli der Stimmführer der ersten und zweiten Violinen zu finden sind, die diese gekonnt meisterten.

Das Orchester unter der Leitung von Stephan Schardt fiel besonders positiv in den schwungvollen schnellen Sätzen auf. Seine Fähigkeiten als Begleitung bewies das Ensemble 07 im anschließenden Cellokonzert c-Moll von Antonio Vivaldi, wobei es sich auch um ein nicht so häufig zu hörendes Konzert des Venezianers handelte. Gemeinsam mit dem Solisten Anselm Schardt interpretierte es das Werk mit feinfühligem Zusammenspiel und viel Musizierfreude. Hiernach beendete das Ensemble den ersten Teil mit Georg Philipp Telemanns Suite "La Bouffane".

Mit der Pause vollzogen die Musiker einen Zeitsprung von über hundert Jahren und befanden sich nun im frühen 20. Jahrhundert. Den Anfang machte hier Jean Sibelius mit seiner Tondichtung "Rakastava". Während das Orchester hier die finnische Natur und den Weg zur Geliebten vor dem inneren Auge durch spätromantische Klänge entstehen ließ, war die Klangsprache in Ernst Kreneks "Sieben leichten Stücken" eine wesentlich moderne, was das Ensemble 07 mühelos umsetzte.

So wie den Musikern der Streifzug durch diese Musikgeschichte mühelos gelang, so abwechslungsreich setzte es dann auch das abschließende Werk mit seinen verschiedenen Charakteren um, Alexandre Tansmans "Variationen über ein Thema von Girolamo Frescobaldi", womit sich der Kreis zum Barock schloss. Ein sehr gelungener und runder Schluss.