Demonstration großer Feierlichkeit

Laurentiuschor und Solisten singen Weihnachtsoratorium in Ahrweiler Pfarrkirche - Bach-Werke weiterhin beliebt

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Mit einem glanzvoll-fröhlichen Auftakt startete der Chor der Sankt Laurentiuskirche Ahrweiler unter dem Dirigat von Klaus-Dieter Holzberger ins Jahr 2007. Sein Neujahrskonzert war eine Demonstration von großer Feierlichkeit, Gotteslob und Glaube. Ungebrochener Beliebtheit erfreuten sich die Werke von Johann Sebastian Bach am Montag bei den nahezu 400 Zuhörern in der Laurentiuskirche in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

In beinahe ehrfürchtiger Andacht lauschten sie dem schönen Zusammenspiel der Akteure zur ersten und dritten Kantate des Weihnachtsoratoriums: Der Chor und das Kammerorchester Julia Graeber arbeiten seit Jahrzehnten zusammen. Außerdem sind weder Rüdiger Stiehl (Trompete) oder Christoph Grohmann (Orgelpositiv) noch die Solisten Unbekannte in der Kreisstadt.

Hans Hermann Jansen berichtete mit weicher Tenorstimme davon, wie Joseph und Maria nach Bethlehem ziehen und von der Geburt Jesu. Viel Gefühl legte er auch in die Schilderung des Wegs der Hirten. Der Erwartung des Heilands gab Barbara Grohmann-Kraaz (Alt) lyrisch Ausdruck und schwärmte schier nachdrücklich vom "Schönsten" und "Liebsten" begleitet von feierlichen Schwüngen und Verzierungen im Orchester.

Die Bassstimme (Volker Schrewe) begrüßte den Gottessohn alternierend mit dem Chor auf Erden, das Geschehen wissend deutend und auch begleitet von kurzem Grollen im Orchester. Dann huldigte sie prachtvoll dem "starken König" zu Fanfarenklängen und Trillern der Trompete. Graziös verbanden sich Bassstimme und Sopran (Martha Urban) zum Dank für das Erbarmen Gottes und später noch einmal zum Duett in der Kantate "Lobe den Herren, den Mächtigen König der Ehren", die durch das markante Spiel von Solovioline, Oboen und Trompete sowie vollstimmigen Chorgesang gekennzeichnet war und das Konzert festlich abschloss.

Mit weichen Paukenschlägen, frohlockenden Streichern und Bläsern und mit den eindringlichen Rufen des Chores "Jauchzet, frohlocket" hatte dieses begonnen. "Lasset das Zagen" zischte es wiederholt durch die Männer- und Frauenstimmen, um wenig später zu appellieren "Dienet dem Höchsten". Bange wollten die Stimmen der rund 80 Sänger wissen "Wie soll ich dich empfangen?". Dann bestätigten sie dem Jesukind froh ihre Liebe, und schwangen sich nach frommer und manchmal auch fragender Deklamation auf zum wiederholten Chor "Herrscher des Himmels, erhöre das Schallen". Lebhaft verwoben die Stimmen ein letztes Mal zu einem fesselnden Klangbild, und hatten sich langen Applaus am Ende verdient. Mit der Kantate "Ich steh an deiner Krippe hier" erfüllten sie den Wunsch nach einer Zugabe.