Dave Horler mit der WDR Big Band in der Harmonie

Ensemble verabschiedet Mitglied aus den eigenen Reihen in den Ruhestand

Bonn. Sie bilden eine verschworene Gemeinschaft, die 18 Jazz-Musiker der WDR Big Band Köln - nach Sinfonie- und Rundfunk-Orchester sowie Rundfunk-Chor, der vierte öffentlich rechtliche Klangkörper. Und wenn man derart verschworen ist, fällt der Abschied in den Ruhestand umso schwerer.

Gleich zwei Konzerte spendiert der Kölner Sender dem zukünftigen Ruheständler Dave Horler, als erster Posaunist, Komponist und Arrangeur regelmäßig auch als Bandleader tätig. Zu Beginn der 80er kam er, zu dessen Lieblingskomponisten Richard Strauss, Chopin und Kenny Wheeler zählen, nach ersten Erfahrungen bei der Radio Big Band der B.B.C. sowie durch Projekte mit Ella Fitzgerald, Bing Crosby und anderen, zur WDR Big Band, deren Stil er seitdem maßgeblich mit geprägt hat.

"Dave's Musical Diary" (Daves musikalisches Tagebuch) sind die beiden Abschiedskonzerte überschrieben, das erste in der Harmonie, und das nicht nur, weil der WDR hier regelmäßig produziert, sondern auch, weil Horler mit seiner Familie in Bonn lebt. Treibender Groove und messerscharfe Bläsersätze sind eines der Markenzeichen der Kölner.

Im Wechsel mit Michael Abene, dem gegenwärtigen Band Leader, präsentierte Horler eine Reihe seiner vitalen Arbeiten und trat neben anderen, unter diesen auch sein Bruder John, Piano, und seine Tochter Natalie, Sängerin bei der Dance Group "Cascada", auch selbst als Solist in Erscheinung. Diese ein wenig wehmütig stimmende musikalische Retrospektive war zugleich ein vehementes Votum für das etwas in die Jahre gekommene Genre "Big Band".