Abspaltung von der Bonner Universität

Collegium musicum macht weiter

Bonn. Das frühere Collegium musicum mit Chor und Orchester will seine musikalischen Aktivitäten außerhalb der Universität fortsetzen. 60 Jahre nach der Gründung der Institution hatte das Rektorat der Universität, wie berichtet, das Collegium musicum als Bestandteil der Universität Bonn aufgelöst und die kulturellen Aktivitäten an der Universität unter die programmatische wie organisatorische Leitung einer Kulturintendanz gestellt. Die Sparte Musik wird seit diesem Semester von Jörg Ritter geleitet.

Für die Mehrheit der Mitglieder von Chor und Orchester des Collegium musicums stellen die Neuerungen eine "massive und untragbare Verschlechterung des Kulturlebens an der Hochschule dar", wie es in einer Mitteilung heißt. Unter anderem wird kritisiert, dass im Kulturforum keinerlei Mitspracherecht vorgesehen sei; die "Sparte Musik" genieße keine künstlerische oder organisatorische Freiheit, da alle Aktivitäten und Ausgaben von der Intendantin genehmigt werden müssten; der Sparte sei zudem kein festes Budget zugewiesen.

Deshalb will man die Tradition des Collegiums nun außerhalb der Universität fortsetzen. Die Mitglieder des Collegium musicums fühlen sich laut Mitteilung nach wie vor "stark mit der Universität verbunden und wünschen sich langfristig ausdrücklich eine Rückkehr an die Hochschule". Auch hoffen sie, künftig die Aula der Uni wieder nutzen zu können.

Im aktuellen Semester wollen die beiden Ensembles gemeinsam ein Programm mit Werken von Mendelssohn, Brahms und Dukas gestalten.