"Kleine Beethovenhalle"

Chur Cölnischer Chor in Muffendorf

BONN. "Von Liebe, Feen und Wassergeistern" sang der Chur Cölnische Chor Bonn unter Leitung von Heribert Beissel beim letzten der drei Chorkonzerte. Das sommerliche A capella-Chorkonzert in der "Kleinen Beethovenhalle" in Muffendorf erfreute sich guten Zuspruchs, und mit drei Chorsätzen aus Mozarts "Zauberflöte", "Cosi van tutte" und "Don Giovanni" stimmte der Frauenchor sogleich samtig ein.

Transparenz scheint Beissel das höchste Gebot, immer mal wieder gab er den einzelnen Stimmgruppen dynamische Hinweise, die souverän umgesetzt wurden, wenngleich die Textverständlichkeit noch etwas verbessert werden könnte. Nach vier Romanzen für Frauenstimmen von Robert Schumann, darunter der keck-düstere Wassermann (op. 91 Nr. 3), erklangen das innige "Morgengebet" und das "Herbstlied" von Mendelssohn-Barholdy als reizvoller Kontrast.

Die Bonner Geigerin Judith Stapf (geb. 1997), die gerade erst beim Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" einen ersten Platz errungen hatte, erntete begeisterten Applaus mit Jules Massenets "Meditation" aus der Oper Thais - einfühlsam von Beissel am Flügel begleitet - und mit Paganinis kurzem Bravourstück, dem Caprice Nr. 14 c-Moll. Auch den traurigen Walzer "Liebesleid" von Fritz Kreisler, sowie "Schön Rosmarin" spielte sie mit großer Emphase.

Auf eine träumerische Reise entführte Beissel am Flügel mit "Fairy Day - Three Idylls for Female Chorus" nach Texten von William Allingham zu der Musik von Charles Villiers Stanford. Die drei zuhörenden Kinder und vermutlich auch einige Erwachsene mögen bei den zauberhaften Klängen an die Welt von Harry Potter erinnert worden sein.

Zu ausgewählten Volksliedern von Max Reger komplettierten die Tenöre und Bässe den Stimmsatz und ließen "How calmly the evening" von Elgar zum stillen Gebet werden. Bekannte Volkslieder in neu arrangiertem Gewand beschlossen das Sommerkonzert.

Heribert Beissel deutete in einer Moderation daraufhin, wie das Wort "Heimat" stets zum emotionalen Höhepunkt auskomponiert wird und wählte als Zugabe sein eigenes Lieblingslied "Ich ging durch einen grasgrünen Wald". Langer Applaus.