Bonner Vokalensemble in der Lutherkirche

Chorklang vom Feinsten

Das Bonner Vokalensemble bei einem Auftritt in Oberwinter.

Bonn. Nachhaltigkeit ist in aller Munde. In der Ökologie sowieso, in der Wirtschaft liegt sie zunehmend im Trend, und auch musikalisch zeigt sich: Wenn nachhaltig gearbeitet wird, sind die Ergebnisse langfristig am besten.

Das ist insbesondere bei Chören so, wo man erst langfristig die Früchte erntet, die eine solide Stimmbildung und konsequente Arbeit an der Interpretation versprechen. Ein sehr gelungenes Beispiel hierfür ist das von Ulrike Ludewig geleitete Bonner Vokalensemble, das bei seinem Konzert in der Lutherkirche Chorwerke des Frühbarock präsentierte.

Ludewig, das konnte man dem ausgewogenen und sauberen Klang des Bonner Vokalensembles vom ersten Takt an anhören, leistet hier solide Arbeit, was so grundlegende chorische Parameter wie Intonation und Aussprache anbetrifft. Aber auch die musikalischen Details kommen nicht zu kurz.

Die Werke von Claudio Monteverdi, Guillaume Bouzignac und Heinrich Schütz zeigten, dass konsequent am Text entlang gearbeitet wird, was den Ausdruck anbetrifft ebenso wie im Hinblick auf die ausgesprochen präzise Deklamation.

Da war beim Bonner Vokalensemble wirklich alles vom Feinsten, Der Chor überzeugte insgesamt durch einen runden und ausgewogenen Klang, der vor allem durch einen strahlenden Sopran bestach und nur gelegentlich im Bass ein geringfügig kernigeres Fundament verdient hätte. Und auch die luftige Artikulation sowie die durchweg am Sprachduktus ausgerichtete Deklamation entsprachen durchweg der musikalischen Stilistik.

Aber auch der tänzerische Duktus und die konzertante Struktur vieler Stücke kamen sehr lebendig und emphatisch zum Ausdruck, bei "Cantate Domino" von Monteverdi etwa. Das war ein differenzierter Chorklang mit Breitwandformat, der dem jubelnden Grundcharakter des Stückes perfekt entsprach - und den vier reizenden Motetten von Bouzignac, deren einzigartige Stilistik sehr gut herausgearbeitet wurde.

Einzig bei Monteverdis "Beatus vir" kam der Chor an seine Grenzen, dies zumal das hochvirtuose Stück eher solistisch gedacht ist. Begleitet wurde das Bonner Vokalensemble von einem hervorragenden, auf historischen Instrumenten spielenden Ensemble, das mit Martine Theobald und Eva-Maria Wolsing, Violine, Franz-Georg Kreuzer, Gambe, und Carsten Dittmer, Cembalo, besetzt war und das Programm zudem mit musikalisch perfekt passenden Canzonen von Girolamo Frescobaldi und einer Sonate von Johann Rosenmüller bereicherte.