Lutherkirche

Bonner Vokalensemble - Ein Abend voller Kontraste

BONN. Alte und neue Musik englischer und amerikanischer Provenienz kombinierte das Bonner Vokalensemble bei seinem Konzert in der Lutherkirche unter dem Titel "Light and Gold". Das Ergebnis war ein außerordentlich spannendes und kontrastreiches Programm, das mindestens genauso nachhaltig beeindruckte wie die chorischen Qualitäten des Ensembles.

Die Entwicklung des von Ulrike Ludewig geleiteten Ensembles geht immer weiter aufwärts, das zeigten nicht zuletzt die drei der insgesamt fünf Fire-Songs von Morten Lauridsen.

Diese hochexpressiven, fast wie moderne Varianten der Werke Gesualdos anmutenden Stücke enthalten so ziemlich alles, was eine saubere Chorintonation ins Wanken bringen kann. Das Bonner Vokalensemble meisterte die Stücke ausgezeichnet, nicht zuletzt die äußerst spannungsreichen Dissonanzen und die sich daraus ergebenden Mixturklänge sang man spannungsvoll und sauber.

Das Gegenteil dieser aufwühlenden Musik waren Psalmen von Bobby McFerrin und Charles Ives, die musikalisch eher schlicht gehalten sind, dafür aber umso mehr gestalterisches Können abverlangen. Auch dieses bot das Vokalensemble reichlich. Ludewig hielt mit ihrem raumgreifenden und klar strukturierten Dirigat stets die Spannung. Kontrapunktiert wurden die neuen Werke von Sätzen aus einer Messe für vier Stimmen von William Byrd, bei der Ludewig weniger auf eine schlanke und dynamisch variablere Stimmführung Wert legte, was die polyphone Durchhörbarkeit zuweilen leicht einschränkte, sondern vielmehr auf eine lineare Gleichförmigkeit abzielte, was gelegentlich zu einem leicht pastosen Klang führte. Das war in den Motetten "Weep o mine eyes" von John Bennet und "Fire, Fire" von Thomas Morley weniger der Fall. Hier beeindruckten die erstklassige Intonation und präzise Deklamation des Bonner Vokalensembles.

Für zwei schöne instrumentale Intermezzi sorgte der Cellist Ole Hansen, der sehr differenziert und makellos gestaltet Sätze aus der zweiten Suite von Bach spielte.