Lutherkirche

Bonner Kammerchor zeigte Feingefühl und Klangkultur

BONN. Die Grenzen zwischen Sakralem und Profanem lotete der Bonner Kammerchor unter der Leitung von Philipp Ahmann bei seinem Konzert in der Lutherkirche aus. Namensgebend für das Programm war ein gleichnamiger Zyklus von Benjamin Britten.

Die Welt als großes Ganzes ist das Thema des achtteiligen Zyklus, in dem geistliche Hymnen und weltliche Lieder einträchtig beieinander stehen, durch Doppeldeutigkeiten zum Teil aber auch überblendet werden. Im Großen und Ganzen war die Leistung des Bonner Kammerchores von chorischem Feingefühl und einer erstklassigen Klangkultur geprägt.

Spätwerke wie der Britten-Zyklus waren auch die Fünf Gesänge op. 104 von Johannes Brahms und "Der Mensch lebt und besteht nur eine kleine Zeit" aus den Geistlichen Gesängen op. 138 von Max Reger.

Während der Beginn der doppelchörigen Reger-Motette in den für die Frauenstimmen sehr unangenehmen hohen Lagen recht angestrengt klang, zeigte man im weiteren Verlauf sowohl hier als auch bei den Brahms-Stücken ein breites dynamisches Spektrum, das Philipp Ahmann mit seinem raumgreifenden, äußerst exakten Dirigat genau zu dosieren wusste.

Darüber hinaus war auch die intonatorische Leistung bei dieser harmonisch vielschichtig schillernden Musik nicht zu unterschätzen. Ganz anders hingegen die eingangs gesungene Mass for four voices von Thomas Tallis. Hier faszinierte der Kammerchor durch eine fast schon monoton anmutende Gleichförmigkeit, die dennoch so differenziert gestaltet wurde, dass die klanglich ohnehin sehr nobel gestaltete Tallis-Messe ungemein fesselnd war.