Bonner Künstler: "Ich war leider begabt"

Abstraktion und Aluminium: Zum Tode des Bonner Malers und Bildhauers Ferdinand Fritz Wendelin Just einen Rückblick auf sein Lebenswerk. Er hinterlässt unverwechselbare Spuren in der rheinischen Kunstszene.

Bonn. Er neigte zum Understatement. "Ich war leider begabt", sagte Ferdinand Fritz Wendelin Just bescheiden und ein wenig kokettierend, als er, auf ein beachtliches Oeuvre zurückblickend, vor mehr als zehn Jahren mit dem Verdienstreuz 1. Klasse ausgezeichnet wurde.

Am 29. April ist der Künstler Ferdinand F. W. Just gestorben; am 13. Mai wäre er 91 Jahre alt geworden. In Biela/Bodenbach wurde Just 1919 geboren, in Breslau verbrachte er seine Jugend.

Acht Jahre Krieg überlebte er als Soldat an verschiedenen Fronten, bevor es ihn nach Schleswig-Holstein verschlug, wo Just auch Emil Nolde begegnete, dessen Farben er bewunderte.

Aus dieser Zeit stammte das Bild "Abend in der Marsch", ein Aquarell mit dem glühenden hohen Himmel, wie er zuweilen im Norden zu sehen ist.

Seit 1948 lebte Ferdinand F. W. Just in Bonn. Er sei "zweigleisig gefahren" sagte der Enkel eines Kirchenmalers und Sohn eines Architekten und Malers. Ferdinand Just sah sich als Bildhauer und Maler.

Ein Großteil seines Frühwerks, Zeichnungen, Aquarelle und Ölbilder, ging im Krieg verloren. Just konnte einige Ansichten und ein Selbstporträt retten. Schon bald entdeckte er für sich die Abstraktion - und entwickelte für seine plastischen Aluminium-Arbeiten den "Freiformguss".

Einen Ausflug in die kantige Geometrie des "hard edge" belächelte er später; schließlich lagen ihm barocke Formen viel mehr. Unverwechselbar waren seine zerklüfteten, vielschichtigen, durchbrochenen Strukturen, die sich metallen schimmernd an der Wand oder frei stehend ausbreiteten.