Beethovenhalle in Bonn

Bonner Jugendsinfonieorchester spielt beim Patenschaftskonzert

Andreas Winnen dirigiert das Patenschaftskonzert in der Beethovenhalle.

BONN. Es geht beständig aufwärts beim Bonner Jugendsinfonieorchester. Die Entwicklung, die dieser Klangkörper in den letzten Jahren vorzuweisen hat, ist beeindruckend, und das ist zweifellos ein Ergebnis der Kooperation, die das Orchester mit seinem "großen Bruder", dem Beethoven Orchester pflegt.

Vor diesem Hintergrund konnte man Wolfram Lehnert vom Beethoven Orchester nur zustimmen, der vor dem Konzert das Wort ergriff und die Kooperation durch die wiederbelebten Kürzungspläne beim Orchester gefährdet sieht. Es bleibt zu hoffen, dass - egal wie es kommen wird - die Kooperation erhalten bleibt, denn am Ende wird sonst nicht nur das Beethoven Orchester, sondern vor allem dessen in den letzten Spielzeiten immer mehr ausgeweitete musikalische Nachwuchsarbeit als Verlierer dastehen.

Heimliche Helden des Konzertes in der Beethovenhalle, bei dem das Jugendsinfonieorchester durch einige Musiker aus dem Beethoven Orchester verstärkt wurde, waren die tiefen Streicher. Die erwiesen sich als gut aufgestellt, beim intonatorisch ausgesprochen heiklen Beginn der Ouvertüre zu "Wilhelm Tell" von Gioachino Rossini ebenso wie im Allegretto von Ludwig van Beethovens siebter Sinfonie.

Vor allem die satte Klangfärbung, die aber nicht auf Kosten stimmlicher Transparenz ging, ließ hier aufhorchen, das klang alles ungemein kultiviert. Solche schönen Details konnte man des Öfteren hören, etwa die schön herausgearbeitete Spannung zwischen Dramatik und Idylle in der Rossini-Ouvertüre oder die zumeist vorbildliche Präsenz, die das Orchester im rhythmisch gelegentlich etwas hakeligen Presto aus der siebten Sinfonie zeigte. Zusammen mit manch schön subtil gestaltetem Übergang - etwa zwischen Einleitung und Hauptteil des Kopfsatzes - bei dem man schön die Spannung hielt, ergab sich so ein stimmiger Gesamteindruck.

Daran hatte nicht zuletzt An-dreas Winnen mit seinem ebenso präzisen wie motivierenden, immer wieder auf große Bögen abzielendem Dirigat, den entscheidenden Anteil. Solowerk des Abends war das achte Klavierkonzert von Ferdinand Ries, das den beziehungsreichen Titel "Gruß an den Rhein" trägt. Aber nicht nur das machte das mit durchaus zeittypischem virtuosen Leerlauf aufwartende Werk interessant. Eine derartige Repertoireperle überhaupt mal öffentlich zu hören, was nicht zuletzt dem unermüdlichen Engagement von Wolfram Lehnert geschuldet ist, kann man schon als Ereignis bezeichnen.

Aber die Darbietung durch das Bonner Jugendsinfonieorchester stand dem in nichts nach, wiewohl man anfangs erst einige Takte brauchte um sich zu sortieren. Über den Solisten Jonathan Zydek, der kurzfristig eingesprungen war, braucht man eigentlich nicht viele Worte zu verlieren. Er machte seine Sache absolut souverän und rundum perfekt.