Trinitatiskirche

Bonner Erstaufführung bei den Brahms-Tagen

BONN. Kaum vorstellbar: Noch nie zuvor war diese Fantasie von Olivier Messiaen zuvor in Bonn erklungen. Die Erstaufführung fand nun beim dritten Konzert der Brahms-Tage in Endenich statt.

Der 28-jährige rumänische Geiger Vlad Stanculeasa und sein Klavierbegleiter James Maddox stellten das erst 2007 publizierte Werk aus den 30er Jahren in der Trinitatiskirche vor.

Bereits hier hörte man, dass Stanculeasa und Maddox nicht zum ersten Mal zusammen musizierten. Die Ausgewogenheit im Klang und das perfekte Zusammenspiel machten diese Entdeckung zu einem tollen Auftakt. Was sich in dem ersten Werk des Abends schon angekündigt hatte, wurde in der folgenden Violinsonate in G-Dur von Johannes Brahms zur Gewissheit: Die vielseitigen Klangfarben, die Vlad Stanculeasa seiner Geige entlocken kann.

Es handelt sich um ein ganz besonderes Instrument, das sich früher im Besitz George Enescus und Yehudi Menuhins befand.

Nach der Pause wurde mit Schuberts Rondo Brillant op. 70 der schwungvolle zweite Teil des Abends eingeleitet. Den krönenden Abschluss bildete Bartoks oft als unspielbar bezeichnete Sonate Nr. 1. Es verdient großen Respekt, dieses Werk als junger Geiger zu spielen.

Absolut brillant gelang so zum Abschluss ihre Interpretation - das Ringen zwischen Violine und Klavier im ersten Satz, die rauchige Violin-Einleitung des 2. Satzes und das wunderbar zigeunerisch klingende Finale.