Konzert in Endenicher Harmonie

Bonner Comedian Dave Davis macht jetzt Musik

Breitgefächertes Repertoire: Dave Davis in der Harmonie.

Breitgefächertes Repertoire: Dave Davis in der Harmonie.

Bonn. Seine Bühnenfigur Motombo Umbokko hat den Bonner Dave Davis berühmt gemacht. Jetzt begeistert er mit seinem Musikprojekt Gandhi Fight Club in der Endenicher Harmonie.

Hip-Hop, Reggae, Latinrock, Pop: Es scheint kein Genre zu geben, in dem sich Dave Davis nicht zu Hause fühlt. Schon bei seinen Kabarett-Abenden hat der 44-Jährige gerne mal in die Tasten gegriffen und mit seiner souligen Stimme für Begeisterung gesorgt, jetzt hat er kurzerhand ein komplettes Musikprojekt auf die Beine gestellt.

Nach einer umjubelten Premiere im Kölner Gloria hat Davis nun in der Harmonie Bonn sein zweites Konzert mit dem Gandhi Fight Club gegeben und gezeigt, dass die früheren Gesangseinlagen so etwas wie ein Appetizer waren. Und der Hauptgang keine Wünsche offen lässt.

Gut gelaunt brennt Davis von der ersten Sekunde an ein musikalisches Feuerwerk mit bemerkenswerter Bandbreite ab, auch wenn der Saal leider nur mäßig gefüllt ist. Und das in seiner Heimatstadt. Unbegreiflich. Egal: Davis groovt, tanzt, singt und rappt, als hätte er nie etwas Anderes gemacht – und eigentlich ist das ja auch so. Denn noch bevor er 2007 in der Pauke seine ersten vorsichtigen Schritte als Komiker und Kabarettist machte, war er gelegentlich als Sänger einer Coverband aktiv.

Mit dem Erfolg seiner Bühnenfigur Motombo Umbokko blieb dafür nicht mehr genügend Zeit, doch die Liebe zur Musik ist Davis geblieben. „Sie war immer mein Rückzugsort“, bekennt er in der Harmonie. Ein Freiraum, in dem er nicht auf Knopfdruck lustig sein musste, sondern sich fallen lassen konnte. Nun öffnet er diesen privaten Bereich für das Publikum und präsentiert seine Schätze, all die selbst komponierten Stücke, die sich im Laufe der Jahre bei ihm angesammelt haben und die dank des Gandhi Fight Clubs nun erst so richtig glänzen können.

Davis hat ein breites Repertoire

Das brillante „Besser, wenn du gehst oder bleibst“, dessen Verse jeder schmerzlich nachvollziehen kann, der schon einmal verlassen wurde, weist feinen Soul auf, während „Ist dein Hirn denn weich“ eine starke Rap-Abrechnung mit dem Brandanschlag von Mölln im November 1992 ist. „You Are My Girl“ erweist sich derweil als klassische Reggae-Nummer, und bei „You Are My Way Down“ wagt sich Davis in den Funkrock hinein. Einfach klasse. Und Davis hat noch mehr im Repertoire.

Von Progrock bis Gute-Laune-Liedern („Nena Ninie“) ist alles dabei, sogar eine christliche Hymne, die auf Davis' Jugend in einer Pfingstgemeinde verweist. Keyboarder Sebastian Eichmeier und Drummer Micky Kamo, die schon für Künstler wie Julio Iglesias oder Joe Cocker gearbeitet haben, sorgen dabei für die richtige Basis, während Vertretungsgitarrist Ralf Göbel immer wieder für feine Soli zu haben ist.

Darüber dann eben Davis, der voller Leidenschaft einen Kehrvers nach dem anderen anstimmt und mit jedem Ton für Stimmung sorgt. Mehr kann man einfach nicht verlangen.