Festival-Premiere in Dottendorf

Bonn hat den Blues

Die Turpentine Blues Band - eine von Bluesharp-Spieler Jan Sczepanski 1980 gegründeten Bonner Formation.

Die Turpentine Blues Band - eine von Bluesharp-Spieler Jan Sczepanski 1980 gegründeten Bonner Formation.

BONN. Beim ersten Bonner Blues-Festival spielen im Ortszentrum in Dottendorf am 2. und 3. Dezember vier Bands. Drei davon kommen direkt aus Bonn.

Jazz hat in Dottendorf ja bereits seinen Platz – nun wird es Zeit, die Tonart zu wechseln: beim ersten Bonner Bluesfestival am Freitag und Samstag, 2. und 3. Dezember, zu dem der Bürgerverein Dottendorf/Gronau ins Ortszentrum einlädt. Vier Bands spielen an zwei Abenden und bringen den Groove mit, der für die Musikgeschichte seit gut 100 Jahren gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Um so erstaunlicher, dass es Bonn bislang noch kein eigenes Veranstaltungsforum für den Blues gab. Genau das möchte Herbert Kaupert, Mitbegründer des Bürgervereins, nun ändern und streckt die Fühler aus: „Wir dachten, wir versuchen es jetzt erst mal mit einem kleinen Festival. Wenn es so läuft, wie wir uns das wünschen und der Saal mit Platz für gut 200 Leute an beiden Abenden voll ist, wäre das ein super Start, über den wir uns sehr freuen würden.“ Und zugleich so etwas wie ein Auftrag, das Angebot 2017 vielleicht schon über zwei Tage hinaus auszudehnen: so zum Beispiel für eine Bonner Blueswoche. Das ist momentan zwar noch Zukunftsmusik, aber das Interesse besteht: bislang noch breit gefächerte und verstreute Szene – womöglich bereit, nun endlich mal in Zeit und Raum zusammenzufinden.

Immerhin 30 Bands hatten sich auf den Aufruf zum ersten Bluesfestival im Juli über Facebook gemeldet. „Dabei waren richtig tolle Leute, sogar aus den Niederlanden und der Schweiz“, erzählt Kaupert. Wobei sich die Organisatoren vom Bürgerverein bewusst auf die Musiker aus der näheren Umgebung konzentrieren möchten, deren Fangemeinde denn auch keine ganz so weite Anreise haben dürfte.

Wobei Baum's Bluesbenders zweifelsohne zu den Lokalmatadoren zählen. Sie spielen den Groove „back to the Roots“, mit viel Energie und haben sich seinem Ursprung in der modernen Rock und Pop-Musik verschrieben. Ob Chicago oder Westcoast Blues, Rockabilly, Boogie oder Rock – die Bluesbenders haben sich mit Auftritten bei der Rheinkultur in Bonn, den Leverkusener Jazztagen und Paasblues Asten in den Niederlanden einen Namen gemacht und sind am 3. Dezember sozusagen das prominente Zugpferd des Festival-Debüts in Dottendorf.

Eröffnet wird es am Abend zuvor von der Turpentine Blues Band – einer von Bluesharp-Spieler Jan Sczepanski 1980 gegründeten Bonner Formation. Damals traten die Jungs im Alter von rund 20 Jahren mit ihrer unverwechselbaren Auslegung des Rock-Blues überall im Köln/Bonner-Raum auf. Nach 32 Jahren Pause hat sich die Band nun wieder getroffen und ist ihrem Stil grundsätzlich treu geblieben. Der Sound ist allerdings – zeitgemäß – akustischer geworden. Das Schlagzeug wurde durch ein Cajon ersetzt, Gitarre und Bluesharp kommen mit weniger Verzerrung aus. Ebenfalls für den 2. Dezember gebucht sind Soulful of Blues. Die Band spielt einen modernen, zeitgenössischen Stil mit ausgefeilten Bläsersätzen und dem unverwechselbaren Hammondorgel-Sound. Sänger und Gitarrist Hans Rehse gibt den Ton vor, aber nichtsdestotrotz ist und bleibt Soulful of Blues eine Mannschaft.

Der einzige lokale „Ausreißer“, die Al Frinderman Band, kommt aus Frankfurt an den Rhein. Frinderman – Leadgitarrist, Sänger und Frontmann – hat seit gut 20 Jahren auch einen festen Platz in der Blues-Szene in seiner Wahlheimat im französischen Südwesten, spielte schon in mehreren Formationen und hat mit BB King gejamt. Muss man noch mehr sagen?

Info: Bluesfestival Bonn, 2. und 3. Dezember, Ortszentrum Dottendorf, Beginn je 20 Uhr, Eintritt:. 18 Euro, www.dottendorfer-ortszentrum.de, Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen