Konzert im Pantheon Casino

Bescherung vor dem Fest

Im Casino (von links): Marin Sasse, Gerd Dudek, Martin Gjakonowski und Hendrik Smock.

03.12.2013 BONN. Mit der Bescherung und der guten Nachricht wollte Thomas Kimmerle nicht bis zum Ende des Konzerts im Pantheon Casino warten. Also mussten sich seine Stars noch etwas gedulden. Die gute Nachricht: Die ungemein erfolgreiche Reihe der Jazzkonzerte im Casino wird mit sieben Abenden bis Anfang Mai fortgesetzt.

Die Bescherung: Kimmerle hat ein Programm der Superlative zusammengestellt. Der Clou ist ein Gastspiel der Legende Lee Konitz, der 86-jährige Mann aus Chicago kommt mit seinem Trio nach Bonn. Man darf sich aber auch auf Konitz' jungen Saxofonkollegen Denis Gäbel freuen, der im Casino seine exzellente neue CD "Neon Sounds" präsentiert und den Pianisten Antonio Faraò dabeihat. Wer die fantastische Deutsch-Afghanin Simin Tander schon einmal gehört hat, zum Beispiel auf ihrer CD "Wagma", weiß, zu welchen Extremen Jazzgesang führen kann. Kimmerle holt die Soundtüftlerin mit ihrem Quartett ins Casino.

Den hervorragenden Posaunisten und Bandleader Oliver Pospiech in Bonn vorzustellen, ist eigentlich nicht nötig. Ins Casino kommt er in kleiner Besetzung und Heiner Wiberny. Die wilden Jungs von "Three Fall" stehen ebenfalls auf Kimmerles Zettel. Außerdem das Schinkel-Trio mit TV- und Serienmelodien.

Nach der Bescherung dann durfte das Martin Sasse Quartett mit dem großen Saxofonisten Gerd Dudek auf der Casino-Bühne loslegen, ein Höhepunkt der Reihe, Krönung der vorangegangenen Abende und Verheißung für die kommenden. Sasse & Co. legten mit "A tribute to John Coltrane" die Latte hoch. Seit Jahren sind sie unterwegs, den "Spirit von Coltrane und Elvin Jones" (Sasse) mit Kompositionen und Improvisationen Coltranes wiederzubeleben, was ihnen mit ihrer ansteckenden Leidenschaft gelingt.

Man kennt die Stücke ziemlich genau und hört sie doch neu, wenn Dudek seine ganze Erfahrung, seinen geschmeidigen, trotz des irren Tempos völlig unangestrengt wirkenden Sound ins Spiel bringt, Pianist Martin Sasse mit Verve Akkorde in den Raum stellt und sich dann in perlenden, fließenden Läufen verliert, der großartige Martin Gjakonovski seinen Bass fordert und der tolle Hendrik Smock unermüdlich Becken und Trommeln traktiert.

Kimmerle hatte eine "Jazz-Messe" versprochen. Nach einem knisternden "Summertime", superschnellen "Impressions", "Giant Steps" und "Mr. P.C.", dem intensiven, mit dem Sopransaxofon intonierten "Afro Blue", schließlich den herrlich gefühlvollen Balladen "Soul Eyes" und "Every time we say goodbye" verabschiedete das Quartett die begeisternd jubelnde Casino-Jazz-Gemeinde mit einem zugegebenen "Naima". Zum Dahinschmelzen.

Die neue Jazz-Saison im Pantheon Casino

  • Denis Gäbel's Neon Sounds featuring Antonio Faraò, 27. Januar. Der Saxofonist stellt seine neue CD vor.
  • Lee Konitz Trio, "Our favoured Standards", 17. Februar. Die Saxofonlegende kommt mit Thomas Rückert, Piano, und Henning Gailing, Bass nach Bonn.
  • Simin Tander Quartett, 17. März. Deutsch-Afghanisches Stimmwunder.
  • David P. Stevens & Band, 31. März. Gitarrist David P. Stevens ist im Frühjahr 2014 zum ersten Mal auf Europa-Tournee.
  • Oliver Pospiech Small Big Band, 14. April. Streifzug durch die Jazzgeschichte mit Marty Paichs Arrangements.
  • Three Fall, 27. April. Das unorthodox besetzte Trio wurde mit Adaptionen von Stücken der Red Hot Chili Peppers bekannt.
  • Marcus Schinkel Trio & Frederik Köster, 5. Mai. TV- und Serienmelodien neu arrangiert.  t.k.

@ Informationen zum Kartenverkauf: www.jazzinconcert.com (Thomas Kliemann)