Ehemaliger Bonner Ako-Schüler

Benjamin von Blomberg ist "Dramaturg des Jahres"

Bremer Schauspielchef: Benjamin von Blomberg.

Bonn. Wie in jedem Jahr hat die Zeitschrift "Theater heute" Kritiker gebeten, über Höhepunkte der abgelaufenen Saison abzustimmen. Neun von ihnen nannten auch Benjamin von Blomberg - und hinter diesem Namen verbirgt sich eine Bonner Biographie.

Großer Sieger 2011/12 war der Regisseur Nicolas Stemann. Theater heute stellte fest: "Die Inszenierung des Jahres heißt ,Faust I + II', von Nicolas Stemann in großer Stilvielfalt fürs Thalia Theater Hamburg und die Salzburger Festspiele inszeniert und von 13 Kritikern für herausragend befunden." Und dann kommt es: "9 nannten auch den ,Faust'-Dramaturgen Benjamin von Blomberg als Dramaturg des Jahres."

Hinter dem Namen Benjamin von Blomberg verbirgt sich eine Bonner Biografie. Der 1978 in Hamburg geborene von Blomberg hat seine Schulzeit am Aloisiuskolleg verbracht, seine Eltern leben nach wie vor in Bonn. Von Blomberg studierte in Hamburg Historische Musikwissenschaften, Germanistik und Betriebswirtschaftslehre. Noch zu Studienzeiten war er gemeinsam mit seinem Bonner Schulfreund Benedikt von Peter sowie Daniel Richter Mitbegründer der freien Operngruppe "evviva la diva", mit der er in Berlin, Düsseldorf und Hamburg Produktionen als Dramaturg und Produktionsleiter betreute.

Am Thalia Theater Hamburg gastierte er erstmals 2005 bei "Quixote in der Stadt" (Regie: Andreas Kriegenburg), von 2006 bis 2010 war er dort unter Intendant Ulrich Khuon und schließlich unter Joachim Lux als Dramaturg tätig. Daneben war er immer wieder auch an Opernprojekten beteiligt, so bei "Cesare" von Georg Friedrich Händel für das Theater an der Wien 2007 (Regie: Christof Loy).

Von 2010 an arbeitete Benjamin von Blomberg als freischaffender Dramaturg in Berlin, Hamburg, in Hannover, bei den Salzburger Festspielen und in Zürich. Regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn vor allem mit den Regisseuren Stefan Pucher, Frank Abt, Benedikt von Peter und natürlich Nicolas Stemann.

Seine Heimatstadt Hamburg hat dem Theatermann Glück gebracht. Der ehemalige Chefdramaturg des Thalia Theaters Michael Börgerding herrscht seit Beginn dieser Saison als Intendant über das Bremer Theater. Er engagierte Benjamin von Blomberg als Chefdramaturg und Leiter der Sparte Schauspiel. Am 29. September hat "Das Leben auf der Praça Roosevelt" von Dea Loher im Theater am Goetheplatz in Bremen Premiere. Regie bei der Koproduktion mit dem Ro Theater Rotterdam führt Alize Zandwijk. Dramaturg: Benjamin von Blomberg.

Sein Theaterverständnis hat der 34-Jährige in einem kernig-klugen Satz ausgedrückt: "Wir bilden keine Aussagesätze mit einem Punkt am Ende, sondern öffnen bestenfalls einen ästhetischen Assoziationsraum, der Fragen und mögliche Antworten in dem Betrachter entstehen lässt, ohne naseweis zu bevormunden und vorzugeben, man selbst habe im Griff: die Deutung des Stoffes, die Deutung der Welt, das eigene Menschsein, das Leben."

Internet: www.theaterbremen.de