Ausstellung in Bonner Sankt Helena

Mit ihren Frottagen ist Susanne Krell weit gereist: Petersdom in Rom, Al-Azhar-Moschee in Kairo, Klagemauer in Jerusalem - Nun stellt sie die Fotos ihrer Kunstwerke aus

Bonn. Susanne Krell gehöre zu jenen Künstlern, die "nicht Spektakuläres in Szene setzen, sondern dem bisher Übersehenen Raum geben". Das schreibt Christoph Schreier im hervorragend gemachten und lesenswerten Buch "attigit.projekt".

Sein Titel bezeichnet zugleich die neueste Arbeit von Susanne Krell, die jetzt in der leeren Kirche Sankt Helena, dem "Dialograum für christlichen Kult und zeitgenössischer Kultur", vorgestellt wurde.

Bekannt geworden ist die Künstlerin durch ihre Frottagen von Orten, die mit historischer, religiöser oder persönlicher Bedeutung aufgeladen sind. Mit Papier und Grafitstift entstehen Abdrucke, die, wie sie selbst sagt, "etwas vom Ort mitnehmen, ohne zu zerstören".

Bisher hat Susanne Krell die in aller Welt abgenommenen Frottagen zu Hause weiter bearbeitet und zu neuen imaginären "Landkarten" in großen Installationen arrangiert. Im attigit-Projekt schlägt sie gedanklich eine neue Richtung ein.

Ausgehend von einer Frottage, die sie 2003 am Petersdom machte, entstand die Idee, alle drei monotheistischen Religionen mit ihren Stellvertreter-Bauwerken in konkrete Verbindung zu bringen. Sie reiste zur Al Azhar-Moschee nach Kairo, an die Klagemauer nach Jerusalem und schließlich erneut nach Rom. Die an den drei Orten angefertigten Frottagen reisten mit und wurden von der Künstlerin an den realen Gebäuden angebracht.

In Fotos dokumentiert Susanne Krell, wie die Frottage des Petersdoms an der Al-Azhar-Moschee hängt oder wie die Klagemauer sinnbildlich den Petersdom berührt. Attigit, lateinisch "hat berührt", nennt sie das Aufeinandertreffen der Religionen, die sich in ihrer Spiritualität mehr gleichen als unterscheiden.

Die erwähnte Publikation zum Projekt bietet weiterführende Gedanken zur Symbolik der Berührung aus verschiedenen Sichtweisen, zum Beispiel aus kunsthistorischer, christlicher, islamischer und jüdischer Sicht.

Kreuzung an Sankt Helena, Bornheimer Straße 130, Besichtigungen am 14. September von 11 bis 17 Uhr, ab 15 Uhr Gespräch mit der Künstlerin und am 15. September um 18.30 Uhr während einer Exkursion der European Summer School der Universität Bonn.

Publikation mit Christoph Schreier und Gabriele Uelsberg: "attigit.projekt", Wienand Verlag, 20 Euro.