Amtswechsel in der Bonner Theodor Wiegand Gesellschaft

BONN. Kontinuität ist das Stichwort für den Nachfolger von Weert Börner, Botschafter a. D. Johannes Dohmes, denn auch er wird die Reisen zu Forschungsstellen des DAI und die Vorträge fortführen.

Bevor Weert Börner, Staatssekretär a. D., den Vorsitz des Bonner Zweigs der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Archäologischen Instituts - Theodor Wiegand Gesellschaft (DAI) offiziell niederlegte, kündigte er den letzten Vortrag in seiner zehnjährigen Amtszeit an: Über "Roms Grenzen" referierte die Archäologin Friederike Fless im Wissenschaftszentrum.

Geschickt rief sie die (Schul-)Kenntnisse wach, die noch in den Köpfen ihrer Zuhörer steckten: zum einen über die Grenzen der antiken Stadt Rom, speziell durch die im dritten Jahrhundert n. Chr. errichtete Aurelianische Stadtmauer, und zum anderen über die weitläufigen Außengrenzen - etwa Teile des Limes - des Imperium Romanum.

Schließlich steuerte Friederike Fless ein gewiss nicht allgemein erwartetes Ergebnis an. Dass nämlich Rom als Stadt so gut wie als Reich über eine Vielzahl von Grenzsystemen, und zwar in keineswegs konsequent fassbaren Verläufen, verfügte.

Schließlich dankte sie als Präsidentin des DAI Berlin nicht nur dem scheidenden Vorsitzenden Börner, sondern auch seinem langjährigen Vorgänger, Botschafter a. D. Peter Hermes, für ihr Engagement.

Unter Börners Vorsitz konnte sich das DAI beispielsweise an der Wiederaufrichtung einer Säule des Zeustempels von Olympia beteiligen; es konnten Grabungshäuser zum Teil im Landesstil errichtet werden. Für archäologische Exkursionen - nicht nur zu "klassischen", sondern auch zu exotischen Zielen - hat der scheidende Vorsitzende ebenso gesorgt wie für die Kontinuität der beliebten Vorträge im Wissenschaftszentrum.

Kontinuität ist auch das Stichwort für seinen Nachfolger, Botschafter a. D. Johannes Dohmes, denn auch er wird die Reisen zu Forschungsstellen des DAI und die Vorträge fortführen, sich überdies um neue Mitgliedschaften und Spenden als finanzielle Voraussetzungen für die Projektförderung - Ankauf moderner Geräte - bemühen.

Dohmes plant ferner, sein Augenmerk über die mediterrane Forschung hinaus auch auf prähistorische Projekte zu lenken und Interesse für die archäologische Forschung als Aspekt auswärtiger Politik zu wecken.