Uni-Aula

Abschlusskonzert der Camerata musicale

BONN. Intim und intensiv: Mit einer unter die Haut gehenden Interpretation des Violinkonzerts op. 61 von Beethoven lieferte die Camerata musicale der Bonner Universität unter Martin Kirchharz einmal mehr einen Beweis ihrer hochrangigen musikalisch-ästhetischen Qualitäten ab.

Solistin war Liv Migdal, die sich derzeit am renommierten Salzburger Mozarteum weiterbildet und im Herbst mit Heribert Beissels Klassischer Philharmonie mit Beethovens Trippelkonzert (op. 56) auf Deutschland-Tournee gehen wird (am 19. Oktober in der Beethovenhalle zu hören).

Sie hat eine ganz eigene Lesart zu bieten, die von einem vergleichsweise kammermusikalischen Standpunkt aus dem Werk eine Intimität verleiht, die in solcher Intensität selten nur zu erleben ist. Filigran schon wird der Klassiker eröffnet, kaum ist die Pauke zu hören.

Das Allegro ma non troppo des Kopfsatzes wirkt (fast) über die Maßen reduziert. Fabelhaft wie die Streicher die Solistin in sanftestem Pizzicato aus der überaus virtuosen Kreisler-Kadenz "abholen".

Eröffnet wurde das Konzert mit einer "British Connection": Elgars B-Dur-Konzert-Ouvertüre "Froissart" op. 19 und Holsts "A Somerset Rhapsody" op. 21, welche gleichwohl auch unter filmmusikalischen Aspekten hätten ausgezeichnet brillieren können.