Opernabend im Arkadenhof

Abschluss der Schlosskonzerte-Saison mit Witz und Charme

Stimmungsvoller Rahmen: Die Klassische Philharmonie Bonn musiziert unter der Leitung von Heribert Beissel im Arkadenhof der Universität.

Stimmungsvoller Rahmen: Die Klassische Philharmonie Bonn musiziert unter der Leitung von Heribert Beissel im Arkadenhof der Universität.

Bonn. Heribert Beissel serviert mit der Klassischen Philharmonie Bonn einen Opernabend zum Abschluss der Schlosskonzerte-Saison im Arkadenhof der Uni.

„Alles war gegen uns, aber wir haben unser Bestes gegeben“, so beschloss Dirigent Heribert Beissel am vergangenen Samstag die diesjährige Schlosskonzerte-Saison, die erneut im Ausweichquartier, dem Arkadenhof der Universität Bonn, stattfand. Ganz so schlimm, wie dies vermuten lässt, war der Abend allerdings nicht gewesen – lediglich Wind und Insekten hatten Orchester und Dirigent immer wieder ein wenig zugesetzt. Doch das Klappern der Wäscheklammern gehört ja eigentlich inzwischen fest zu jedem Schlosskonzert dazu.

„Der Opernabend“ war das diesjährige Abschlusskonzert selbstbewusst überschrieben und tatsächlich gehört ein solcher in jede Saison-Planung hinein. Gemeinsam mit der Klassischen Philharmonie Bonn war an diesem Abend die russische Sängerin Larisa Akbari zu erleben, die seit dem vergangenen Jahr immer wieder mit Beissel und Orchester zusammenarbeitet. Inzwischen hat sich Akbari als lyrischer Sopran etabliert, was sich bei den ausgewählten Arien für diesen Abend auch bemerkbar machte.

Mit der Ouvertüre und einer Arie aus Mozarts „Le Nozze di Figaro“ begannen die Musiker den Abend. Sehr vertraute Klänge für das Bonner Publikum, da diese Oper in der vergangenen Spielzeit auf dem Spielplan der Oper stand. Die erste Hälfte des Abends stand zunächst im Zeichen des 18. Jahrhunderts mit Werken von Mozart und dem Zeitgenossen Christoph Willibald Gluck. Der ständige Wechsel zwischen instrumentalen Zwischensätzen und Arien war dramaturgisch gut geplant und bot die ganze Vielfalt eines Opernabends. Mit Werken von Gaetano Donizetti und Gioachino Rossini blieb man im italienischen Fach, wechselte jedoch das Jahrhundert. Akbari brillierte mit ihrer weichen Stimme und füllte von Anfang an mühelos den Innenhof. Mit viel Witz und Charme setzte sie den Text auch schauspielerisch um und zog das Publikum in ihren Bann. Diesbezüglich eines der Highlights war die Arie der Frau Fluth aus Otto Nicolais „Die lustigen Weiber von Windsor“ im zweiten Teil.

Die Klassische Philharmonie Bonn unter der Leitung von Beissel erwies sich wieder einmal als feinfühliger Begleiter, aber auch als hervorragender Solist in den Zwischenspielen. Zu den Highlights hierbei gehörte Mascagnis „Intermezzo sinfonico“, das der besonderen Stimmung im Arkadenhof schlicht die Krone aufsetzte. Mit einem munteren Rausschmeißer, Strauß' „Tritsch-Tratsch-Polka“ wurde das Publikum aus dem Hof – und der Saison – gekehrt.