Ein starkes Duo an der Museumsmeile

25 Jahre Bundeskunsthalle und Kunstmuseum Bonn

Luftaufnahme der Museumsmeile an der Friedrich-Ebert-Allee: Bundeskunsthalle mit Dachgarten (links) und Kunsthalle.

Luftaufnahme der Museumsmeile an der Friedrich-Ebert-Allee: Bundeskunsthalle mit Dachgarten (links) und Kunsthalle.

Bonn. Vor 25 Jahren eröffneten an der Bonner Museumsmeile die beiden Ausstellungshäuser Bundeskunsthalle und Kunstmuseum. Zwei Häuser - zwei Konzepte, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Am 17. Juni 1992 bekam Bonn endlich ein hauptstädtisches Museumsforum an der Museumsmeile. Mit der vom Bund und von den Ländern initiierten und geförderten Bundeskunsthalle und dem städtischen Kunstmuseum, das von der Rathausgasse an die Friedrich-Ebert-Allee gezogen war, hatte die Stadt Bonn endlich ihr bundesweit beachtetes, repräsentatives Museumsensemble.

Auf der einen Seite, im Kunstmuseum, ein repräsentatives Haus für die ansehnliche städtische Kunstsammlung, auf der anderen Seite eine bundesweit einzigartige Institution, ein Haus ohne eigene Sammlung, aber mit einem breit gelagerten Ausstellungskonzept und einem stattlichen Etat.

Das Timing hätte besser nicht sein können: Jahre nach dem Mauerfall 1989 und in zeitlicher Nähe zum Hauptstadtbeschluss 1991 pro Berlin setzte der Bund an der Bonner Museumsmeile ein Zeichen, das manchem außerhalb der Stadt als seltsam anachronistisch vorkam. Daher die eher bissigen Reaktionen in der überregionalen Presse über den Bonner Doppelpack – insbesondere über die mächtige Bundeskomponente.

Noch immer mischt sich ein hämischer Unterton in die Berichterstattung, wenn etwa der „Tagesspiegel“ aus Berlin 2012 schreibt: „Das Haus an der Regierungsmeile in Bonn wurde mit seinem Pendant, dem Neubau des Kunstmuseums Bonn, 1992 eröffnet – ein Kind der Vorwendezeit, als Kanzler Kohl das als 'Bundesdorf' geschmähte Bonn zur vollgültigen Hauptstadt ausstaffieren wollte. Die Hauptstadt ging, die Kunsthalle blieb. Fürstlich mit Bundesgeldern ausgestattet...“