Galeristin Luzia Sassen

20 Jahren Kunst mit einer Kollektiv-Ausstellung gefeiert

Marius Singer: "Komposition mit Grün", 2012. Öl/Acryl auf Leinwand.

Bonn. Engagiert, temperamentvoll, offen und resolut, eine Vorliebe für kraftvolle, poetische, aber auch provokante Malerei und eher unkonventionelle Kunstschauplätze. So in etwa könnten die Zeilen eines Steckbriefes für die Bonner und Kölner, den Siegburger "Denkraum" bespielende Galeristin Luzia Sassen lauten.

Ihren Einstieg in den rheinischen Kunstbetrieb bestritt die seinerzeit dreißigjährige Grafikdesignerin vor nunmehr zwanzig Jahren mit einer in Sankt Augustin angesiedelten Kunsteinrichtung. Das Galeriejubiläum wird derzeit auf 200 Quadratmetern gefeiert mit der eindrucksvollen Gemäldeschau eines Elitequartetts, eingerahmt vom üppigen Bilderschatz des galerieeigenen Künstlerkollegiums.

Von Anbeginn an mit von der Partie ist Autorin, Journalistin, Filmemacherin und Malerin Gabriele Hornig. Ihr Markenzeichen ist das der Collage und dem Relief verwandte Prinzip der "Faltung", integriert in eine ebenfalls fantasiegeprägte abstrakte Ölmalerei. Zwischen Verhüllung und Entlarvung bewegt sich eine detailstrotzende Bildwelt, wo Motive wie etwa Zeit-, Kunst- und Musikgeschichte ausgelotet werden.

Newcomer Marius Singer vergönnt derweil bezwingende Einblicke in stimmungssatte imaginäre Landschaften, in malerisch komprimierte Energiezustände ("Wärme") sowie in multimediale Bravour-Inszenierungen (Malerei, Ballett). Heftige und dann wieder sanfte Rhythmen pulsieren in den dichten Farbgeflechten ("Dreamlines") einer Sigrid Drübbisch; eingetaucht in visionär anmutende Farbentimbres sind die skizzenhaften Umrisse von Menschenversammlungen.

Die Bereiche Traum, Albtraum, Chimäre und Halluzination klingen in den farbintensiven Chiffrierungen von Malerinnentalent Annette Jellinghaus an. Zum Festgeschehen beschert Stargast Petr Beranek (Schweiz) flüchtige Erinnerungen an Antoni Tapies, dem weit über zwanzig Jahre hinaus die heimliche Liebe von Luzia Sassen gehört.

Galerie Sassen, Adenauerallee 124, bis 14. September. Mo - Fr 12 bis 18.30 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr.