Pures Hörvergnügen in der Mitsubishi Elecric Halle

Zeitreise mit Pink-Floyd-Drummer Nick Mason

„Herzschlag von Pink Floyd“: Nick Mason am Schlagzeug.

„Herzschlag von Pink Floyd“: Nick Mason am Schlagzeug.

Düsseldorf. In einem großartigen Konzert begleiten in Düsseldorf 2000 begeisterte Fans die musikalische Geschichte der britischen Kultband.

Kaum zu glauben, da holen fünf gestandene Musiker tief Luft, pusten kräftig den Staub von über 50 Jahre altem Vinyl und präsentieren ein musikalisches Ergebnis, wie es frischer kaum klingen kann. Man erlebt mit Nick Masons Projekt „A Saucerful of Secrets“ in der Düsseldorfer Mitsubishi Elecric Halle keine nostalgische Pink-Floyd-Show. Vielmehr treten der 74-jährige Pink-Floyd-Drummer und seine vier exzellenten Mitstreiter an, um die Entwicklung dieser Ausnahmegruppe nachzuzeichnen.

Selten wird musikhistorische Grundlagenforschung mit soviel Leidenschaft, instrumentalem Können und Humor präsentiert, und daher zu Recht von knapp 2000 Fans begeistert gefeiert. Harte Gitarrenriffs von „Interstellar Overdrive“ (vom '67er Album „The Piper at the Gates of Dawn“) eröffnen das Konzert und bereits mit dem folgenden „Astronomy Domine“ wird deutlich, wie sehr Pink Floyd seinerzeit mit ihren progressiv-expressiven Soundexperimenten, die häufig in psychedelischen Klangbildern gipfelten, dem musikalischen Underground verhaftet war. Als perkussiven Kontrast liefert Mason verblüffend erdige, unaufgeregte Rhythmen. Gitarrist Gary Kemp, einst Mitglied bei Spandau Ballet, bezeichnet Mason als „Herzschlag von Pink Floyd“, und so hat er auch getrommelt.

Es ist nicht nur modernste Audiotechnik, die das Konzert zu einem reinen Hörvergnügen macht, sondern auch die Klasse der beteiligten Studio-Cracks wie Dom Beken an den Keyboards (Floyd-Keyboarder Rick Wright ist 2008 gestorben), Guy Pratt am Bass und den Gitarristen Lee Harris und Kemp. Nicht zuletzt beweist die Band auch mehr musikalisches Teamwork als das Original, bei dem starke Egos konkurrierten. Mehrstimmige Gesangspassagen oder unisono Gitarrensoli belegen, wie viel Spaß die Musiker haben. Mason vergisst auch nicht Syd Barrett, der in der Frühzeit der Band das musikalische Profil maßgeblich mitbestimmt hat, und der mit dem bislang unveröffentlichten Song „Vegetable Man“ besonders geehrt wird. Weitere Höhepunkte des Konzerts sind „Fearless“, „Atom Heart Mother (1-4)“, das verspielte „See Emily Play“ sowie das intensiv düstere „Set the Controls for the Heart of the Sun“.