Kommentar zur Dauerausstellung

Spannende Geschichte

Ein politisches Leben: Konrad Adenauers Wirken nach 1945 steht im Zentrum der Dauerausstellung.

Ein politisches Leben: Konrad Adenauers Wirken nach 1945 steht im Zentrum der Dauerausstellung.

Bonn. Die neue Adenauer Dauerausstellung in Rhöndorf reiht sich ein in ein deutschlandweit einmaliges historisches Tableau: Mit dem Bonner Haus der Geschichte als imposantem Flaggschiff.

Als zum 30 .Todestag Konrad Adenauers neben seinem ehemaligen Wohnhaus die erste Dauerausstellung eröffnet wurde, „war Adenauer ein Selbstläufer“, wie der Historiker Jürgen Peter Schmied so schön sagt. 20 Jahre später habe sich das gründlich geändert, sei die Erinnerung an den ersten deutschen Bundeskanzler und seine Zeit teilweise verblasst, klagt der Kurator der nun neu eröffneten Dauerausstellung. Insbesondere junge Menschen können mit Begriffen wie Kalter Krieg und Wirtschaftswunder kaum noch etwas anfangen.

Die Rhöndorfer Stiftung hat reagiert und die Geschichte des Privatmenschen und Politikers Adenauer neu beleuchtet, mit einem ansprechenden Ausstellungskonzept in den zeithistorischen Kontext gestellt. So macht Geschichte Spaß, so werden Fragen interessant erörtert, die auch unsere Gegenwart betreffen.

Die neue Dauerausstellung reiht sich ein in ein deutschlandweit einmaliges historisches Tableau: Mit dem Bonner Haus der Geschichte als imposantes Flaggschiff, den attraktiven und vorbildlich dokumentierten Geschichtsorten Bundesrat, Kanzlerbungalow und Bundeskanzleramt, dem Weg der Demokratie durchs ehemalige Regierungsviertel und – nicht zu vergessen – dem ausgezeichneten Willy-Brandt-Forum in Unkel und der Dokumentationsstätte Regierungsbunker Mariental unweit von Bad Neuenahr-Ahrweiler als authentischer Ort für die Geschichte des Kalten Krieges.

Eine imposante Landschaft zur Zeitgeschichte – nirgends kann man sich intensiver mit Politik und Geschichte der Republik befassen. Den Willen vorausgesetzt. Man kann nur hoffen, dass Lehrer in Scharen die Angebote mit ihren Klassen nutzen, dass Eltern mit ihren Kindern kommen und auch erwachsene Bonner, Bad Honnefer, Siegburger ihre Wissenslücken füllen.

Touristen haben das Potenzial schon längst erkannt. Eine 2014 veröffentlichte Studie der IHK Bonn/Rhein-Sieg hat die Alleinstellungsmerkmale ermittelt, die sich „hervorragend für die touristische Vermarktung eignen“: Das sind der Status als ehemalige Hauptstadt, Beethoven und der romantische Rhein. 35,6 Prozent der Touristen besuchen die kulturellen und ehemaligen politischen Einrichtungen. Gut angelegte Steuermillionen!