Kunstsaison 2017

Saisonstart in der Bonner Kunstszene

Luftiges Programm: Max Frisingers Installation in der Galerie Gisela Clement zählt zu den Attraktionen des Saisonstarts.

Luftiges Programm: Max Frisingers Installation in der Galerie Gisela Clement zählt zu den Attraktionen des Saisonstarts.

Bonn. Schaulaufen beim vierten Saisonstart in Bonn: 15 Museen, Galerien und Kunstorte präsentieren sich am Samstag mit neuen Ausstellungen und Programmen in der ganzen Stadt

Die Bonner Kunstszene ist aus den Ferien heimgekehrt und meldet sich mit dem traditionellen Saisonstart am kommenden Wochenende zurück. Bereits das vierte Mal organisieren die Galeristin Gisela Clement und Nicola Weppelmann vom Verein der Freunde des Kunstmuseums Bonn dieses Highlight im Bonner Kunstkalender. Wann sonst bietet sich die Möglichkeit eines kompakten Überblicks, wann sonst wird die Stadt zur Flaniermeile für Kunstfans? Erneut bieten Galerien, Museen und Kunstinstitutionen einen Einblick in ihre neuesten Produktionen.

Dieses Mal beteiligen sich 15 Akteure am Saisonstart, zwei weniger als 2016. Ein paar schmerzliche Abgänge sind zu verzeichnen: Das Frauenmuseum und die Bad Godesberger Galerien von Judith Andreae und Carla Reul sind leider nicht dabei (Andreae hat am 1. September die attraktive Gruppenausstellung „The Planet Is Blue“ eröffnet, Reul startet am 15. September ihre Saison mit „Echoes“ und Friedhelm Falke, ein Künstler der früheren Bonner Galerie Schneider).

Neu beim Bonner Saisonstart ist das Akademische Kunstmuseum, dessen neue Kustodin Kornelia Kressirer durch ihre Ausstellung „Tanz in der Antike“ führt. Stark vertreten ist in diesem Jahr das Kunstmuseum Bonn, das den ganzen Samstagnachmittag Führungen durch aktuelle Ausstellungen und die Sammlung anbietet. Auch der Nachbar Bundeskunsthalle bietet einen breiten Einblick in das aktuelle Programm. Die Intendanten beider Häuser, Stephan Berg und Rein Wolfs, präsentieren jeweilige Highlights. Beim LVR-Landesmuseum führt Direktorin Gabriele Uelsberg zum Thema „Neu, modern und zeitgenössisch“, Uelsberg verspricht eine Entdeckungsreise durch das Haus.

Von den jüngeren Museen ist das Paul-Clemen-Museum im Kunsthistorischen Institut der Universität erneut am Start. Traditionell gestalten hier Studenten die jeweiligen Ausstellungen: Diesmal steht eine „Reise durch Raum und Zeit“ und durch die Abguss- und Originalsammlung auf dem Programm. Tipp für die Besucher: Fotoapparat nicht vergessen, es locken tolle Fundstücke.

Videonale-Preisträger aus 30 Jahren

Wer Lust auf Filme hat, für den hat die Videonale im Auditorium des Kunstmuseums eine Auswahl preisgekrönter Beiträge aus 30 Jahren zu bieten. Einen Crossover verschiedenster Genres bietet das Künstlerforum mit „Away From Home“. Ein feiner Vorgeschmack auf die Ausstellung „The Policeman's Beard Is Half Constructed“ des Kunstvereins, die am 21. September eröffnet wird – „die größte Ausstellung des Kunstvereins“, wie Direktorin Michelle Cotton verrät -, ist das Sound-Projekt von Thomas Bayrle und Bernhard Schreiner.

Die beteiligten Kunstgalerien sind mit frischen Ausstellungen am Start: Clement zeigt die in der vergangenen Woche eröffnete Schau von Max Frisinger und Felix Oehlmann, der Raum für Kunst und Natur präsentiert Jochen Breme, das Kunstversorgungsquartier „S.Y.L.A.NTENHEIM“ ist mit drei Spielorten vertreten, der Kunstraum 21 mit der in der vergangenen Woche eröffneten Schau von Dirk Salz „Wahrnehmung, Zeit, Zufall und Regel“. In der Gesellschaft für Kunst und Gestaltung präsentiert sich Annett Zinsmeister.

Pavel Borodin eröffnet an diesem Freitag mit dem Verein „In Situ Art Society“ sein Multimediaprojekt „Ship Lock“ im Dialograum Kreuzung St. Helena. Die Fabrik 45 zeigt ihre bereits eröffnete Präsentation „Neongray“ von Anthony DiPaola und Christine Steiner. Bleibt die Frage, wie man das Saisonstart-Programm bewältigt. Erneut gibt es zwei geführte Rundgänge, die um 14 und 15.45 Uhr am Frankenbad starten – eine unbedingt lohnende Initiative. Zumindest die Stationen in der Nordstadt werden auf diesem Weg ideal erschlossen.

Wo der Tag mit so viel Kunst endet? Standesgemäß in der Bundeskunsthalle, bei schönem Wetter im Persischen Garten.