Abschiedsfeier in der Beethovenhalle

Pop und Party bei Beethoven

Bonn. Einige Bonner Veranstalter feiern ein Abschiedsfest in der Beethovenhalle. Die Erlöse gehen als Spende in die Sanierung.

Mit der Beethovenhalle, die nach Ende des Beethovenfests aufgrund der anstehenden Sanierung für die kommenden Jahre schließen muss, fällt nicht nur Bonns erste Bühne für die Klassik in einen (hoffentlich erfolgreichen) Schönheitsschlaf, sondern auch eine zentrale Spielstätte für große Rock- und Pop-Konzerte, Kabarett-Veranstaltungen und andere Festivitäten. Um sich gebührend zu verabschieden und um zugleich auf die Bedeutung der Halle für alle Genres hinzuweisen, haben sich einige Veranstalter nun zusammengeschlossen und organisieren am 22. Oktober noch einmal eine Party, die ein möglichst breites Spektrum der Bonner Bürgerschaft ansprechen soll.

„Ich finde es immer schön, wenn die Beethovenhalle mit Leben gefüllt ist“, erklärt Initiator Rico Fenoglio. „Ich veranstalte hier unter anderem seit 15 Jahren die größte Weiberfastnachtsparty der Stadt und habe auch schon zuvor schöne Erfahrungen an diesem Ort gemacht.

 

Fenoglio erinnert sich: „Erstmals war ich in meiner Jugend hier, beim Abschlussball meiner Tanzschule; dann hat vor elf Jahren in diesem Saal meine Prinzenproklamation stattgefunden, außerdem habe ich viele schöne Konzerte hier erlebt. Für mich ist diese Halle also in mehrerlei Hinsicht wichtig.“

Aus diesem Grund hat sich Fenoglio bemüht, für die finale Veranstaltung alles zu versammeln, was zum Bild Bonns gehört und in diesen Rahmen passt. „Wir haben natürlich exzellente DJs wie Micha Moor, Elektro-Künstler wie Laserkraft 3D und einige junge Bands aus der Region wie Steal A Taxi, Heldenviertel und Blümchenknicker mit dabei. Aber auch eine Abordnung des Beethoven-Orchesters wird aufspielen, später kommen noch die Cheerleader der Telekom Baskets zu Besuch. Unser Ziel ist es, für jeden Geschmack etwas zu bieten.“

Gleichzeitig soll ein Zeichen gesetzt werden, was in der Beethovenhalle bislang alles möglich war und zu ihr dazugehört. „Wir haben ein bisschen Sorge, dass nach der teuren Sanierung die Halle nicht mehr für alle Belange zur Verfügung stehen wird“, gesteht Fenoglio. „In der Kölner Flora war das zum Beispiel auch der Fall.“

Jürgen Harder sieht dies ähnlich. Der Chef des Brückenforums ist seit 40 Jahren auch mit der Beethovenhalle verbunden: „Ich habe wahrscheinlich länger in im großen Saal Konzerte organisiert als alle anderen“, sagt er. „Alleine zehn Mal war Herman van Veen in der Beethovenhalle zu Gast, auch Howard Carpendale oder Joan Baez habe ich schon nach Bonn geholt. Ein besonderes Highlight war der Auftritt von Chuck Berry, der mir auch deshalb für immer in Erinnerung bleiben wird, weil der Künstler nach zwei Minuten seinen Drummer rausgeschmissen hat und einen Ersatz aus dem Publikum holte“, erzählt Harder.

„Das alles ging nur in der Beethovenhalle mit ihren knapp 2000 Plätzen. Wir haben im gesamten Umkreis keine Alternative. Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, auch in Zukunft hier Rock- und Pop-Konzerte, Liedermacher und Kabarettisten präsentieren zu können, und zwar nach Möglichkeit ohne eine höhere Miete – denn das ist zum Beispiel das Problem am WCCB. Die dortigen Räumlichkeiten kann einfach keiner bezahlen.“

Als weitere Bonner Veranstalter beteiligen sich die Organisationsteams des Panama-Festivals, der Rockaue, des Green Juice Festivals und der Weltmusikreihe Mundo Caribeno an der „Closing Party“.

Die Abschiedsparty findet übrigens nicht etwa aus Eigennutz statt: „Der Gewinn geht komplett in die Sanierung der Halle“, erklärt Rico Fenoglio, der zugleich noch nach ein paar Sponsoren sucht. „Jedes Unternehmen, das sich über unsere Party präsentieren will, ist uns willkommen – und unterstützt auf diese Weise sowohl die Veranstaltung als auch die Halle, da dann natürlich mehr Geld übrig bleibt.“

Info: Closing Party, Bonn, Beethovenhalle, 22. Oktober, 20 Uhr. Eintritt 15 Euro (plus Geb.); Karten in den der GA-Geschäftsstellen, unter Tel. (0228) 50 20 10 und www.bonnticket.de