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Pinguin-Weibchen Sandy ist der Star des Münsteraner Tatorts

Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, M.) ermittelt undercover im Zoo. Das Wohl der Pinguine liegt ihm besonders am Herzen.

Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, M.) ermittelt undercover im Zoo. Das Wohl der Pinguine liegt ihm besonders am Herzen.

Bonn. Dem neuen Münsteraner Tatort "Schlangengrube" gelingt die Balance zwischen Humor und Spannung. Dazu trägt auch Pinguin-Dame Sandy bei.

Es gab Episoden, da drohten die Tatorte aus Münster in den reinen Klamauk abzurutschen. Was der Popularität des Ermittler-Duos, Hauptkommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Karl- Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers), zwar keinen Abbruch tat, Krimifans aber eher abschreckte. Mit "Schlangengrube" haben Stefan Cantz und Jan Hinter, die Erfinder der sich ständig kabbelnden Ermittler, nun aber genau die richtige Balance zwischen bissigen Humor und spannender Krimihandlung gefunden - und der Zuschauer weiß ausnahmsweise nicht nach 20 Minuten, wer warum der Täter ist. Zu Beginn wird die an unheilbar an Krebs erkrankten Gönnerin des örtlichen Zoos ermordet.

Nicht ganz unheikel für die Ermittler, lag die Tote doch im Dauerstreit mit Staatsanwältin  Wilhelmine Klemm (Mechtild Großmann). Und deren Kollegin und Konkurrentin Ungewitter (köstlich: Tessa Mittelstaedt als blonde Version von Klemm) erklärt die Staatsanwältin mal eben zur Verdächtigen. Ein gestohlenes Testament legt weitere Fährten, und die Spuren führen schließlich auch in den Zoo, wo der eigentliche Star des Films, Pinguin-Weibchen Sandy, sich augenscheinlich in den undercover ermittelnden Thiel verliebt.

Für die komödiantischen Momente sorgt Boerne mit seiner  Idee für eine forensische Kochshow. Am Ende jedoch gelingt es den Machern tatsächlich, alle diese Ebenen und Fäden in einem ausgesprochen spannenden Finale miteinander zu verknüpfen. Fazit: Es ist schade, dass dies die einzige Produktion aus Münster in diesem Jahr bleiben wird.

ARD, Sonntag, 20.15 Uhr