KOMMENTAR

Kunstmarkt in Bewegung

Das Bild "Die Berghütte" von Georg Baselitz.

Das Bild "Die Berghütte" von Georg Baselitz.

Die ehemalige Kölner art Fair ist nun in Düsseldorf, die Art Cologne startet Berlin-Projekt. Die Folgen sind ungewiss

Die ehemalige Kölner Art Fair präsentiert sich ab November im neuen Gewand und mit tätiger Unterstützung der mächtigen Schweizer MCH Group, die auch die Art Basel veranstaltet, als neue Art Düsseldorf. Auf der anderen Seite will die Berliner Galerieplattform art berlin contemporary gemeinsam mit der Art Cologne eine Mitte September startende Art Berlin ausrichten. Der Kunstmessenmarkt ist in Bewegung wie lange nicht mehr. Und die alte Kölner Tante Art, die kommende Woche 50 wird, zeigt sich agil und angriffslustig wie immer, wenn sich unter ihren Augen etwas tut.

Es ist noch nicht so lange her, da tat Art-Chef Daniel Hug das Abwandern der Art Fair aus Köln als verschmerzbares Ereignis ab. Für den Kunstfreund ist es sicherlich ein Verlust – ob die Art Cologne den wettmachen kann, bleibt dahin gestellt. Was anderseits die Art Düsseldorf für den Messestandort Köln bedeuten könnte, steht in den Sternen. Dass der internationale Kunstmessenprimus Art Basel nun einen Fuß in der regionalen Tür hat, dürfte Hug jedenfalls nicht gefallen.

Die Berliner Initiative mutet in diesem Zusammenhang wie ein schneller Gegenschlag an. Auch hier muss man jedoch abwarten, wie das Konzept einschlägt. Wichtig sei, so meint der Art-Cologne-Preisträger und Archivar Günter Herzog im nebenstehenden Interview, dass die jeweilige Messe ihr passendes Marktsegment finde. Und aus der historischen Distanz weiß er, dass letztlich die großen etablierten Messen noch immer von den Satelliten- und Gegenmessen profitierten. Und diese in der Regel früher oder später schluckten.