Skulptur im Hofgarten

Bildhauer Balkenhol fertigt eine Hommage an Macke

Bonn. Am 2. September wird die „Hommage an August Macke“ im Bonner Hofgarten, unweit des Akademischen Kunstmuseums der Universität, enthüllt. Sie ist das Werk des Bildhauers Stephan Balkenhol.

Nicht mit den Händen hinterm Rücken, sondern mit Skizzenbuch und Stift wolle Till Macke seinen Großvater sehen, freue sich aber über die Ehrung, schrieb er in einem Leserbrief. Unser Leser Klaus Meier-Pauken wetterte: „Eine noch dümmlicher und gelangweilt drein blickendere Figur unter einem hoffnungslos verkitscht anmutenden Baldachin mit 'Glaskuppel' hätte ich mir kaum vorstellen können.“ Die Debatte schlug Wellen, als die „Hommage an August Macke“ des Bildhauers Stephan Balkenhol Anfang Oktober 2017 von der „Stiftung für Kunst und Kultur e.V.“ vorgestellt wurde. Es spricht viel dafür, dass die Debatte nun wieder aufflammt, wenn Balkenhols Macke das Licht der Öffentlichkeit erblickt.

Am Sonntag, 2. September, ist es so weit. Dann wird das 4. Kunstprojekt Bonn im Bonner Hofgarten unweit des Akademischen Kunstmuseums der Universität präsentiert. Ministerpräsident Armin Laschet, Altkanzler Gerhard Schröder und OB Ashok Sridharan werden zur Eröffnung sprechen. Weitere Redner sind die Direktorin des Bonner August Macke Hauses, Klara Drenker-Nagels, Telekom-Chef Timotheus Höttges und der Stiftungsvorsitzende Walter Smerling. Der Künstler wird anwesend sein.

Macke blickt in einen Himmel voller strahlender Farben

„August Macke, der große Expressionist, steht gedankenverloren in einem Pavillon im Bonner Hofgarten und erblickt einen Himmel voller strahlender Farben“, beschreibt ein Text der Stiftung das Kunstwerk, „es sind die Farben, die er intensiv in seinen berühmtesten Gemälden verwendet hat: Das ist die Vision des Künstlers Stephan Balkenhol.“ Das Kunstwerk besteht aus einer überlebensgroßen Figur aus Holz, die in einen bunten, gläsernen Baldachin blickt.

Die „Hommage an August Macke“ ist die vierte realisierte Station des „Kunstprojekts Bonn“ des in Bad Godesberg residierenden Stiftungsvereins, das der Stadt ein mit privatem Geld finanziertes „urbanes Museum“ bescheren soll. 2014 hat die Stiftung das Kunstprojekt Bonn mit Markus Lüpertz‘ Skulptur „Beethoven“ im Stadtgarten begonnen, gefolgt von Tony Craggs Arbeit „Mean Average“ auf dem Remigiusplatz in der Innenstadt. 2016 wurde Bernar Venets monumentale Skulptur „Arc '89“ auf dem Trajektknoten an der B 9 schräg gegenüber der Bundeskunsthalle realisiert.

Bis 2030 soll jährlich eine Skulptur im Bonner Stadtbild präsentiert werden. Die Planungen für 2019 laufen, so die Stiftung, bereits. Die Idee wurde bereits in Salzburg realisiert – das „Kunstprojekt Salzburg“. „Kunst im öffentlichen Raum ist keine Stadtverschönerung, sondern ein Statement auf die Frage, wie wir mit diesem Raum umgehen und in welcher Stadt wir leben wollen. Eine solche Diskussion wünschen wir uns, denn sie bringt die Gesellschaft voran,“ meint Smerling, künstlerischer Leiter des Projekts.

Enthüllung der „Hommage an August Macke“ am Sonntag, 2. September, 11 Uhr, im Hofgarten Bonn, unweit des Akademischen Kunstmuseums der Universität.