"Die Mausefalle" in Bonn

Agatha Christies Klassiker am Contra-Kreis-Theater

In der Mausefalle: Das Ensemble der Inszenierung von Lajos Wenzel im Contra-Kreis-Theater FOTO: CKT

In der Mausefalle: Das Ensemble der Inszenierung von Lajos Wenzel im Contra-Kreis-Theater FOTO: CKT

Bonn. Lajos Wenzel inszeniert Agatha Christies Klassiker „Die Mausefalle“ am Contra-Kreis-Theater. Die Premiere ist am 25. April.

Sie gilt als „Queen of Crime“, eine Meisterin des „Whodunit“. Die dramaturgischen Fäden so zu spinnen, dass bis kurz vor Schluss praktisch jeder unter Verdacht steht – dies war zeitlebens ihre Königsdisziplin. Und es muss diebischen Spaß gemacht haben, die Protagonisten an Orten festzusetzen, von denen es praktisch kein Entkommen gibt; es sei denn mit den Füßen voran. Genau in dieser Tradition steht auch „Die Mausefalle“ („The Mousetrap“), die ursprünglich als Hörspiel konzipiert war und von Agatha Christie erst nachträglich für die Bühne umgearbeitet wurde.

Seit der Uraufführung 1952 täglich im Londoner West End zu sehen, ist es das inzwischen am längsten ununterbrochen aufgeführte Theaterstück der Welt. Nun steht dieser Klassiker vom 25. April bis 23. Juni auch auf dem Spielplan des Bonner Contra-Kreis-Theaters; auf feine englische Art ausgestattet von Tom Grasshof (Bühnenbild) und Anja Saafan (Kostüme) und inszeniert von Lajos Wenzel („Terror“; „Amadeus“), dem neuen Intendanten der Landesbühne Rheinland-Pfalz.

„Selbst, wenn man das Ende kennen sollte, ist es doch immer wieder spannend, mitzuverfolgen, wie sich alles bis dahin entwickelt“, sagt Gabriele Schulze. Sie spielt Mrs. Boyle, die britische Lady par excellence: „I'll do my very best“, wie sie augenzwinkernd hinzufügt. Und sie wird sich, wie alle acht Akteure, des – laut Hausherr Horst Johanning – „bislang größten und jüngsten Ensembles“ hüten, etwas vor der Zeit preiszugeben. Auch René Toussaint, der seit 20 Jahren auf der halbrunden Bühne des Contra-Kreises dort nun schon ein Stück weit zu Hause ist, macht da keine Ausnahme. Er schlüpft in Jackett und Rolle des Major Metcalf. „Einen dieser Charaktere, auf die man sich verlassen kann!“. Soweit das Kompliment des Schauspielers an die Autorin.

Der Mörder im Haus

Doch der pensionierte Offizier hat, wie alle Gäste in der Pension „Monkswell Manor“ der Frischvermählten Mollie (Lili Koehler) und Giles Ralston (Dominik Penschek), so seine Geheimnisse. Das gilt für den etwas sonderbaren Architekturstudenten Christopher Wren (Birger Frehse), die distanzierte Miss Casewell (Katharina Felschen) und den äußerst undurchsichtigen Mr. Paravicini (Heiko Haynert). Und das gilt schließlich sogar für Sergeant Trotter (Makke Schneider), der eigens aus London gekommen ist, um in einem Mordfall zu ermitteln. Als in der Pension ebenfalls ein Toter gefunden wird, steht fest: Der Mörder muss im Haus sein: der Mausefalle, in der wohl niemand seines Lebens sicher sein kann, geschweige denn seiner Mitbewohner. „Der Erfolg des Stückes liegt sicher auch darin, dass jeder Zuschauer hier seinen Sympathieträger finden kann“, sagt Lajos Wenzel: „Scheibchenweise Geheimnisse aufzucken bringt die Generationen im Theater zusammen: auf der Bühne ebenso wie in den Zuschauerreihen.“

Einer Anekdote zufolge soll übrigens Winston Churchill schon in der Pause gewusst haben, auf wessen Konto der zweite Mord ging. Falls das in Bonn nicht auf Anhieb klappen sollte, falls es da noch Unklarheiten gibt oder schlichtweg der Wunsch nach Wiederholung besteht: In der nächsten Spielzeit ist „Die Mausefalle“ auch im Schlosstheater Neuwied zu sehen.

Die Mausefalle: Premiere am 25. April, danach bis 23. Juni im Contra-Kreis-Theater, Am Hof 3-5. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops des General-Anzeigers sowie im Internet auf www.ga-bonn.de/tickets.