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Kommentar
Urteil im Fall Trudel Ulmen - Respekt
Von Wolfgang Kaes
Als die 4. Große Strafkammer des Bonner Landgerichts am Dienstag ihr Urteil im Fall Trudel Ulmen verkündete, saß im voll besetzten Zuschauerraum auch ein Kriminalbeamter der Mordkommission, der mit seinen Kollegen wesentlich zur Aufklärung des Falles beigetragen hat.
Eine psychologische Meisterleistung war im April das Erwirken eines Geständnisses; eine kriminalistische Fleißarbeit das Aufspüren des 16 Jahre alten genetischen Fingerabdrucks des Opfers.
Auch die Aufklärung des Mordes an der 14-jährigen Hannah 2007 in Königswinter binnen weniger Tage oder im vergangenen Jahr die Überführung des Täters, der 19 Jahre zuvor die Godesbergerin Regine Pachner tötete, zeugen von der Qualität der Arbeit der Bonner Kripo.
Die Positiv-Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Und dass beim Vermisstenfall Trudel Ulmen vor 16 Jahren vermutlich Fehler gemacht wurden, weiß niemand besser als die Polizei selbst. Fehler passieren überall dort, wo Menschen arbeiten.
Wer meint, urteilen zu müssen, sollte sich vergegenwärtigen, mit welch mangelhaften personellen und technischen Ressourcen die Polizei den Kampf gegen das Verbrechen in seinen vielfältigen, alltäglichen Formen aufnimmt, wie miserabel Polizisten (auch Mordermittler) bezahlt werden, welche Berge von Überstunden sie vor sich her schieben.
Und vor dem schnellen Urteil ist ein Gespräch mit der Ehefrau oder den Kindern eines Kriminalbeamten heilsam. Dann gelangt man rasch zu der Überzeugung, dass nur eine Haltung angemessen ist: Respekt.
Artikel vom 19.12.2012
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