Ronald Dupree: "Ich ordne mich dem Team-Erfolg unter"

Baskets-Neuzugang Dupree über die Entscheidung für Bonn, seine Basketball-Philosophie und rote Bohnen mit Reis
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Foto: Norbert Ittermann

 Foto: Norbert Ittermann

Großes Hallo im Telekom Dome. Bevor Ronald Dupree (gesprochen Düprie) am Freitagabend die erste Trainingseinheit mit den Telekom Baskets Bonn absolvieren konnte, musste er erst einmal viele Hände schütteln.

Der 28-Jährige, der seine Teamkollegen in Utah gerne mit Roten Bohnen und Reis beköstigte, verstärkt den Basketball-Bundesligisten, da Vincent Yarbrough drei Monate verletzt ausfällt. Mit dem ehemaligen NBA-Spieler sprach Gerhard Mertens.

General-Anzeiger: Haben Sie Rote Bohnen und Reis im Gepäck?

Ronald Dupree: Nein. Aber wenn ich die Kidneybohnen hier kaufen kann, werde ich das Gericht vielleicht mal zubereiten. Es ist ein wenig aufwendig und muss vier bis fünf Stunden kochen.

GA: Wie war Ihre Gemütslage, als Utah Jazz Sie ausmusterte?

Dupree: Ich war sehr enttäuscht. Denn ich hatte den Eindruck, dass ich eine gute Chance hatte, ins Team zu kommen. Ich war ja nicht nur einfach im Kader, sondern ich war Teil der Rotation und bekam aus dem Umfeld große Unterstützung. Letztlich hatte es wohl etwas mit der finanziellen Situation zu tun, dass sie mich nicht genommen haben. Aber ich werde weiter hart arbeiten. Im nächsten Jahr sehen die Dinge vielleicht besser aus.

GA: Warum spielen Sie nicht eine weitere Saison in der D-League?

Dupree: Für mich war es nicht mehr sinnvoll, dorthin zurückzukehren. Wenn man jung ist, vom College kommt und sich zeigen will, ist das okay. Doch ich war an einem Punkt meiner Karriere angekommen, wo ich mich mit dem Schritt nach Europa beschäftigen musste.

GA: Und den Kontakt zu Bonn . . .

Dupree: . . . hat mein Agent geknüpft. Er hat die Informationen und Fakten gesammelt, die mir wichtig waren und mir dann empfohlen, zu den Baskets zu gehen.

GA: Was war Ihnen wichtig?

Dupree: Eine schöne Stadt, eine gute Organisation, ein angemessenes Gehalt - diese drei Dinge in einer ausgewogenen Kombination. Mir war aber auch klar, dass der Schritt aus den USA nach Europa von mir eine große Umstellung verlangen würde. Deshalb habe ich auch darauf geachtet, mir die Anpassung leicht zu machen und dorthin zu gehen, wo ich eher amerikanische Verhältnisse vorfinde. Dann schwärmte mein Vater, der vier Jahre als Soldat in Ramstein stationiert war, von Deutschland - und nun bin ich hier.

GA: Ihr erster Eindruck von Ihrer neuen Arbeitsstelle?

Dupree: Das Magenta ist mir sofort aufgefallen. Es wirkt sehr frisch und lebendig. Ich weiß schon, dass die Zuschauer hier sehr begeisterungsfähig sind, freue mich darauf, meine Teamkollegen kennen zu lernen und hier Basketball zu spielen.

GA: Was haben Sie sich vorgenommen?

Dupree: Spiele zu gewinnen. Ich will dazu beitragen, dass die Baskets wieder das Finale erreichen und nach dem Titel greifen können. Dafür tue ich alles, was nötig ist. Das Team steht für mich im Vordergrund. Wenn man im Basketball für sich spielt, ist das kein Basketball mehr. Man muss sich einfügen, für die Mitspieler da sein, alles dem Erfolg der Mannschaft unterordnen. Im natürlichen Fluss der Dinge bekommt man dann schon genug Gelegenheiten zu punkten und seine persönlichen Statistiken aufzubessern. Ich erzwinge nichts, versuche aber aggressiv zu sein und Verantwortung zu übernehmen, wenn es nötig und die Situation passend ist.

GA: Am Dienstag bestreiten Sie in Göttingen Ihr erstes Spiel. Sind Sie ein wenig nervös?

Dupree: Nicht nervös, aber aufgeregt und heiß darauf, für die Baskets aufs Feld zu gehen.

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